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Testbericht HOKA SPEEDGOAT 4

  • 17.03.2020

Viele Läufer entscheiden sich für Schuhe von Hoka - und das zu Recht!

Denn immer mehr Runner stellen fest, dass Hoka mit seinem „Konzept“ richtig gute Schuhe baut.

Der Klassiker Speedgoat ist seit kurzem in der „4. Version“ erhältlich. Dieser von „Speedgoat Karl“ (Karl Meltzer) mitentwickelte und von vielen Hoka-Athleten gelaufene „Bestseller“ konnte bereits in der Vergangenheit vollends überzeugen.

Mit jeder Version wurde dieser Schuh weiter optimiert.
In der EVO-Variante rannte und rennt Jim Walmsley  von Sieg zu Sieg, der Speedgoat ist auch beim Ultra Trail du Montblanc (UTMB) erfolgreich und gerade die „normale“ Version hat eine sehr große „FanBase“.

Ob und in wieweit der Speedgoat4 (SG4) das Niveau halten kann und welche Verbesserungen er bereithält, soll der folgende Test zeigen.

 

OPTIK, VERARBEITUNG, allgemeine INFOs:

Wie bereits in der Vergangenheit, kommt der Speedgoat4 (SG4) in verschiedenen Farbvarianten und Versionen auf den Markt.

Die Farbgestaltung ist - wie immer bei Hoka - (teilweise) sehr „knallig&stylish“ und fällt im positiven Sinne sofort ins Auge! Die hier getestete „Gold-Fusion“-Variante gefällt mir persönlich sehr gut. Aber auch „Dark Grey, Majolica Blue, Myrtle Limelight (alles Herren), Antigua Sand, Imperial Blue und Majolica Blue-Heather (Damenmodelle) sind richtig „chic“! Zusätzlich wird eine wasserdichte GTX-Version und auch für die Wanderfreunde und Speed-Hiker (sowie Läufer, die einen hohen Schaft bevorzugen) eine MID-Variante angeboten.

Besonderheit beim SG4 ist diesmal, dass es auch eine „extra breite“ Wide-Version geben wird. Die Verarbeitung ist wie immer einwandfrei - alle Nähte und Klebestellen sind sehr sauber ausgeführt und die verwendeten Materialien sind allesamt hochwertig.

3-D gedruckte Overlays sollen für einen noch besseren Halt im Mittelfußbereich sorgen, weiterhin wurde auch ein noch strapazierfähigeres und atmungsaktiveres Mesh-Upper verwendet.

Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, dass die Zehen-Box (im Normal-Modell) auch etwas weiter geschnitten ist und für noch mehr Komfort sorgen soll.

Ebenso wurde die massive Mittelkonsole materialmäßig weiter optimiert und auch die „MegaGrip-Sohle“ von Vibram noch einmal verfeinert.

optik

TECHNISCHE DATEN: 

Der SG4 hat leicht an Gewicht zugelegt; in der Größe US 12,5 wiegt er 363g und ist somit circa 50g schwerer als die EVO-Variante. Dennoch ist er nicht als „schwerer“ Trail-Schuh zu bezeichnen, insbesondere aufgrund der massiven Dämpfung. Die Sprengung ist bei 4mm geblieben, die „Bauhöhe“ bewegt sich zwischen 26 und 30 beziehungsweise 28 und 32 mm (Damen- und Herren-Modell).

Die Stollentiefe wurde mit 5mm grundsätzlich unverändert gelassen auch das „Shaping“ (Anordnung der Stollen) blieb fast unverändert, jedoch sind die einzelnen Stollen leicht „treppenförmig“ abgestuft (siehe Detail-Fotos) und sollen den Grip weiter verbessern.

PASSFORM:

Wie bereits angedeutet wurde die Passform aufgrund der Rückmeldung von Athleten und auch aus der Läuferszene weiter optimiert. Durch die Overlays wird der Fuß am Spann sauber fixiert und durch die breitere Zehen-Box der Komfort erhöht.

Ebenso wird der SG4 nunmehr –wie bereits oben erwähnt - auch in einer Wide-Version angeboten werden. Dies bietet HOKA auch schon bei anderen Schuhmodellen an und wird in der Läuferszene sehr begrüßt!

Wenn man in den Speedgoat4 schlüpft, fühlt man sich direkt wohl. Sowohl der Fersenhalt als auch die Fixierung des Fußes (über die Schnürung am Mittelfuß) gelingt es sehr gut. Vorne hat man erwartungsgemäß viel Platz, dies war jedoch auch bei den Vorgängerversionen (bei meinen Füßen) schon sehr gut.

Durch die gute Schnürung mit ordentlichen Schnürsenkeln kann man den Fuß zudem sehr gut fixieren, und insbesondere auch durch die Möglichkeit einer „Marathon-Schnürung“ die Verse noch mehr fixieren. Eine Schnürsenkel-Garage fehlt zwar, jedoch reicht es, diese „vorne unter zu klemmen und doppelt zu knoten“. Weder beim Uphill noch beim Downhill, oder auf technischen Trails hat man das Gefühl, dass der Schuh „den Fuß verliert“. 

Man hat immer alles unter Kontrolle!

Passform

STABILITÄT und GRIP:

Wie schon die Vorgängermodelle, so kann auch der SG4 durch die hervorragenden „Vibram-Stollen“ auf fast allen Untergründen vollends überzeugen. Man fühlt sich mit ihm auf Waldwegen & Trails sicher, auch im Matsch weiß er zu „performen“, ebenso auf Schotter oder Fels.

Sogar längere Asphaltläufe sind mit dem SG4 überhaupt kein Problem. Lediglich in extrem tiefem Matsch und auf spiegelglatten, gefrorenen Laufuntergründen fällt er gegenüber „Spezialisten“ naturgemäß (etwas) ab. Dennoch kann man ihm eine absolute ALLROUND-Tauglichkeit bescheinigen! Er ist einfach ein Schuh für alle Fälle, der einen nie „im Stich“ lässt.

Das leicht veränderte MegaGrip-Profil von Vibram weiß erneut –wie bei den Vorgängern - sowohl bergauf und bergab zu überzeugen.
Die „stufenförmigen“ Stollen könnten tendenziell eine leicht erhöhte Haltbarkeit aufweisen, da diese an der Stollenbasis durch das leichte „Treppenprofil“ etwas breiter und voluminöser sind und somit etwas mehr „Material“ beinhalten.

Dies vermag jedoch erst ein Langzeittest zu bestätigen. Der Grip an sich ist subjektiv genauso „TOP“ wie beim SG3 und EVO.

 

DÄMPFUNG & PROTEKTION:

Der SG4 vermittelt durch seine sehr voluminöse Mittelsohle ein hohes Maß an Dämpfung. Er federt einfach jegliche Unebenheit ab und bietet auch bei sehr langen Läufen ein hohes Maß an Komfort.

Gerade bei sehr langen Downhills hilft die hohe Dämpfung der CMEVA-Mittelsohle, einer Muskelermüdung und einem „Durchschlagen bis auf die Muskeln“ mehr entgegenzuwirken als dies viele Schuhmodelle anderer Hersteller vermögen.

Die Dämpfung ist derart grandios, dass man auch auf eine Protektionsplatte getrost verzichten kann - bei einer „Bauhöhe“ von gemittelt circa 30mm drücken selbst spitze Steine so gut wie gar nicht durch.

LAUFDYNAMIK: 

Trotz des mittleren Gewichts und der hohen Dämpfung legt der Speedgoat4 eine sehr ordentliche Laufdynamik an den Tag. Die Rückfederung des verbauten CMEVA-Materials ist sehr hoch. Ebenso „ermüdet“ das Mittelsohlen-Material kaum. Dies bedeutet zugleich eine sehr hohe mögliche Laufleistung.

Man fühlt sich quasi wie auf einem sportlichen „Fully-MTB“.

Auch im letzten Drittel von Longruns hatte ich immer noch das Gefühl, in einem wirklich komfortablen Schuh zu laufen, während viele andere Schuhe einfach „fest & hart“ werden.

Somit ist es meiner Meinung nach auch nicht verwunderlich, dass sich selbst Top-Ultra-Läufer für den Speedgoat entscheiden.

Ebenso ist die „Rückmeldung“ vom Untergrund erstaunlich gut, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau von flachen Race-Schuhen.

 

HALTBARKEIT:

Weder das Obermaterial weißt nach circa 100 gelaufenen Kilometern irgendwelche Abnutzungserscheinungen auf, noch zeigt die Mittelsohle Ermüdungserscheinungen.

An der Außensohle ist bislang keinerlei „Abrieb“ festzustellen.

Somit dürfte auch dem Speedgoat4 im Vergleich zu seinen Vorgängern ebenfalls eine sehr hohe Laufleistung und Haltbarkeit bescheinigt werden können.
Dies ist bei Hoka auch von anderen Modellen bekannt.

Der Kaufpreis von 140 € (UVP! ) relativiert sich vor diesem Hintergrund noch einmal deutlich, da es andere Hersteller gibt, bei welchen die Schuhe schon nach wenigen hundert Kilometern ersetzt werden müssen.

Vergleich Hoka

VERGLEICH zum SPEEDGOAT3: 

Im direkten Vergleich zum SG3 und dem EVO-Modell ist festzuhalten, dass der Speedgoat4 eine ähnliche oder fast identische Dämpfung & Laufdynamik besitzt, jedoch (subjektiv!) ein ganz kleines „Bisschen straffer“ wirkt.
Nicht vergessen sollte man hierbei, dass der SG4 immer noch ein „Dämpfungs-Monster“ ist!

Er ist ein klein wenig schwerer als der SG3 und bietet einen identischen Grip. Jedoch dürfte die Haltbarkeit der Außensohle durch das gestufte Stollen-Shaping leicht erhöht sein.

Ansonsten fällt eigentlich nur die etwas weitere Zehen-Box auf, die jedoch nur bei breiteren Füßen im Direktvergleich bemerkbar sein dürfte.


ALTERNATIVEN:

Für Racer bietet Hoka mit dem Speedgoat EVO eine deutlich leichtere Modellvariante (311g/US12,5), die jedoch auch einen höheren Preis hat.

Für Läufer die einen wasserdichten Schuh bevorzugen, gibt es nunmehr auch eine GTX-Version. Wie bereits erwähnt kann man den SG4 auch in einer MID-Version und hohem Schaft kaufen, so dass auch Speed-Hiker und Läufe durch Schnee problemlos möglich sind. Ebenso sind bei diesem Modell naturgemäß die Fußgelenkknöchel besser geschützt.

Wer es noch straffer und weniger gedämpft haben möchte, findet im Torrent eine weitere Offerte im umfangreichen Hoka-Trailschuh-Sortiment.

Hier der LINK zu den Speedgoat-Modellen:

https://www.shop4runners.com/schuhe/laufen-hoka_one_one-speedgoat.html

FAZIT: 

Der Speedgoat4 setzt die Tradition der „SG-Modelle“ auf einem Top-Niveau fort.
Er überzeugt auf sämtlichen Untergründen mit einem formidablen GRIP.

Der SG4 hat eine hervorragende Dämpfung und bietet gleichzeitig eine sehr gute Laufdynamik.

Auch die Atmungsaktivität ist sehr gut. Die Passform wurde weiter optimiert und bietet nun auch breiteren Füßen in der Zehen-Box noch mehr Raum und erhöht somit den Komfort. Durch die Vielzahl verschiedener Modelle findet jeder Läufer auch farblich etwas für seinen Geschmack. Regenläufer werden mit einem Goretex-Modell abgeholt und Speed-Hiker mit einer MID-Version, die einen hohen Schaft hat.

Trotz seiner extrem voluminösen Mittelsohle hält sich das Gewicht in einem erfreulichen Rahmen. Nur Gewichts-Fetischisten, die „das letzte Gramm herausholen wollen“, könnten mit dem Speedgoat EVO eine interessante Alternative finden. Für die allermeisten Läufer ist jedoch der SG4 die richtige Wahl. Er findet den richtigen Mix aus Haltbarkeit, gutem Preis, ordentlichem Gewicht und sehr guten Lauf- und Dämpfungsleistungen allen Bereichen und Lebenslagen. Der Slogan „badass on every trail“ ist somit vollends gerechtfertigt. Wieder gehen beide Daumen hoch! 

Mit dem Speedgoat4 ist HOKA ein toller Allrounder gelungen, der in keinem Schuhschrank fehlen sollte.

 

Fotos: eigene und HOKA

Facebook-Profil des Autoren: https://www.facebook.com/TRIandTRAILs/