Der Brooks Ghost 11 ist eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers Ghost 10. Er bietet eine neuartige Sohle, die sich dem Laufstil des Läufers besser anpassen soll. Es handelt es sich um einen Neutralschuh, der eher für die Straße entwickelt wurde.

Design und Konzept

Ich muss zugeben, mein letzter Brooks Laufschuh ist schon länger her, deswegen bin ich unvoreingenommen an die Sache herangegangen. Grundsätzlich wirkt der Schuh auf mich sehr klassisch, fast schon elegant. Ohne viel Schnickschnack kommt er sehr aufgeräumt daher, um trotzdem voller Technik zu stecken.

Die Sprengung ist mit 12mm eher hoch, der Aufbau des Schuhs ist ohne besondere Eyecatcher, bei der Farbwahl lässt Brooks euch aber viele Möglichkeiten von dunklen Tönen, bis hin zu knalligem Gelb. Mein Modell hat den Farbton 069, Blau/Gelb mit gelben Schnürsenkeln.

Die Sohle beinhaltet einige, technische Neuerungen wie das Segmented CrashPad. Es soll wie eine Art Stoßdämpfer arbeiten und für ein flüssiges Abrollen von der Ferse bis zum Zeh sorgen.

Zudem wurde bei der Dämpfung auch auf die Energierückgewinnung geachtet, sie soll vollständig erhalten bleiben, obwohl die Sohle weicher abgestimmt ist.

Die Schnürung ist klassisch gehalten und verläuft direkt über dem Fuß, der gesamte Schuh ist dabei sehr gut ausgepolstert. Auch die Zunge ist gut gepolstert, liegt sauber auf dem Fuß, ohne zu drücken.

Der Schuh hat einen relativ hohen Aufbau, was sich dann auch etwas im Gewicht von 309 g widerspiegelt. Wobei ich den Schuh beim Tragen als leichter empfinde als andere Schuhe mit einem ähnlichen Gewicht. Das Obermaterial ist eine Art Meshgewebe, welches atmungsaktiv ist und genug Luftzirkulation zulässt. Die Fersenkappe ist verstärkt, wie im gesamten Schuh, mit einer guten Polsterung.

Wichtige Details:

UVP:          140,- €
Gewicht:          309 Gramm
Sprengung:     12 mm
Einsatz:           Straße, Fußweg

Neue Mischung aus BioMoGo DNA und DNA Loft für eine ausgewogene Dämpung

Segmented CrashPad, dämpft jeden Schritt, sorgt für flüssiges Abrollen

Schuhtest

Der Brooks Ghost 11 wurde von mir hauptsächlich auf Asphalt und Wegen mit normalem Untergrund gelaufen. Dabei habe ich Waldwege eher gemieden, dafür ist der Schuh auch nicht gemacht. Grundsätzlich vermittelt die Sohle aber durchaus die Möglichkeit auch mal ins Gelände zu laufen, die relativ gute Strukturierung lässt das sicherlich zu. In der Variante GTX hat der Ghost 11 sogar eine wasserdichte Gore-Tex Oberfläche.

Ich bin mit dem Schuh Strecken zwischen 5 und 12 Kilometern gelaufen, dabei lagen die Temperaturen, aufgrund der Jahreszeit, zwischen minus 2 und 12 Grad. Meine Kilometerzeiten lagen zwischen 5 Minuten und 4:25 Minuten.

Mein persönlicher Eindruck

Die Firma Brooks gehörte bisher nicht zu den Herstellern, denen ich viel Aufmerksamkeit geschenkt habe, da ich mit Adidas und Nike Laufschuhen sehr zufrieden war. Der Ghost 11 hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, den Markt zu beobachten und auch anderen Herstellern Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Ghost 11 überzeugt als grundsolider Laufschuh, mit einer wirklich tollen Sohle, die sich dem Läufer, der Geschwindigkeit und dem individuellen Laufstil anpasst. Grundsätzlich ist er kein Wettkampfschuh, oder dafür gedacht, besonders schnell zu laufen, denn dafür ist er etwas zu schwer, aber er überzeugt als guter Begleiter, gerade im mittleren Tempobereich.

Schon nach dem ersten Lauf, habe ich mich sehr sicher gefühlt, die starke Polsterung umschließt den Fuß gleichermaßen gut, wobei es kaum eine Rolle spielen wird, ob man sehr schmale oder breite Füße hat, da der Schuh viel Spielraum bietet. Die Schnürung war immer sehr fest, und auch bei meinen eher schmalen Füßen hatte ich genug Raum, um nachzuziehen, wenn es etwas zu locker wurde.

Der Schuh gibt eine gute Rückmeldung vom Untergrund, allerdings ist mir die Sohle etwas zu schwammig. Ich persönlich laufe lieber etwas fester, um noch bessere Rückmeldung von der Straße zu bekommen. Tempowechsel waren ebenso kein Problem, wie das wechseln vom Rück- auf den Vorfuß.

Die Größe liegt bei mir mit 45 um eine halbe Größe größer, als in meinen anderen Laufschuhen. Das war überhaupt kein Problem, ich hatte einen sehr sicheren Halt, und auch im Fersenbereich war mein Fuß gut und sicher aufgehoben. Die Zehenbox ist groß genug, trotzdem wirkt alles eher schmal.

Meinung nach 100 Kilometern

Im Laufe der letzten Wochen ist der Brooks Ghost 11 zu einem treuen Begleiter geworden. Ich nutze den Schuh gerade im mittleren Tempobereich, wenn ich um die 5 Minuten pro Kilometer laufe. Auch für längere Läufe ist er sehr geeignet, da er immer einen sicheren Halt bietet, auch wenn der Fuß schon etwas müde wird.

Die Sohle hat ihre Stärken wirklich ausgespielt, sie ist sehr weich, trotzdem dynamisch, wobei sie mir nicht fest genug ist. Hier wäre ein etwas flacherer Aufbau vielleicht besser, um das Gefühl für die Straße noch zu verbessern.

Leichter Regen ist kein Problem, stärkeren Regen oder Pfützen solltet ihr aber meiden, hier gibt es dann schnell nasse Füße. Trotz Minusgrade und dünnen Socken war es übrigens nie zu kalt, hier macht sich die Polsterung natürlich bemerkbar.

Während ich sonst oft meine Adidas Ultraboost ST für die lockeren Läufe genutzt habe, findet mittlerweile fast immer der Ghost 11 den Weg an meine Füße. Es lohnt sich also, mal über den Tellerrand zu schauen.

Fazit

Wer auf der Suche nach einem Laufschuh mit sicherem Halt und trotzdem jeder Menge Innovation ist, wird mit dem Brooks Ghost 11 sicherlich sehr glücklich. Der Neutralschuh kann durch seine überarbeitete Dämpfung und sein CrashPad punkten, und gibt dem Läufer neben Stabilität auch Vortrieb für schnellere Zeiten. Für die breite Masse macht Brooks fast alles richtig, ein Kritikpunkt gibt es aber schon, die Dämpfung ist bewusst weich gewählt, das ist mir an manchen Stellen etwas zu weich. Ein direkter Kontakt zur Straße wäre mir noch lieber, aber das ist ja von Läufer zu Läufer unterschiedlich.

Brooks gelingt ein toller Schuh, mit einem hohen Fertigungsstandard. Ich habe weder Verarbeitungsfehler noch Nähte gefunden, die mich gestört haben. Brooks wirbt beim Ghost 11 mit dem „softesten Schuh“, das kann ich gerne bestätigen, aber um auch mal richtig Tempo zu gehen, braucht es etwas „Heavy Metal“.

Expertenmeinung

Der Brooks Ghost 11 ist ein Neutralschuh mit einer unglaublich weichen Sohle, die Weichheit und Energierückgewinnung möglichst perfekt kombinieren will. Sein Gewicht ist mit 309 Gramm dabei nicht so schwer, wie es sich vielleicht anhört. Die Kombination aus Polsterung und Sprengung von 12 mm sorgen für sicheren Halt und ordentlichen Laufkomfort. Das neue Segmented CrashPad dämpft dabei jeden Schritt und sorgt für ein angenehmes Abrollen, egal ob man eher Fersenläufer oder Vorfußspezialist ist.

Jeder Läufer der auf der Suche nach einem klassischen Laufschuh ist, der auch auf längeren Läufen einen guten Halt bietet, sollte sich den Ghost 11 unbedingt anschauen. Nach meinem ersten Probelauf war klar, wir passen zusammen.