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Brooks Adrenaline GTS 19 - Testbericht

„Mein bisher bestes Lauferlebnis“ 

Gerne würde ich diesen Testbericht mit einem Exkurs in die Vergangenheit starten, immerhin schreibe ich hier über einen Schuh, der bereits in seine 19. Generation geht. Da ich aber leider noch nicht in den Genuss früherer Generationen kommen durfte, muss ich hier auf die Stimmen anderer vertrauen – und die sprechen allesamt dieselbe Sprache! Brooks hat es wieder einmal geschafft, einen draufzulegen und ist mit dem GTS 19 und seinem neuen Support-System den nächsten Schritt zur Perfektion gegangen.

Zahlen und Fakten

  • Sprengung: 12mm
  • Gewicht: 311g
  • Schuhart: Stabil
  • Schuhweite: normal
  • Fußgewölbe: flach, Medium
  • Verschluss: Schnürung
  • Getestete Größe: 46.5 (EUR)

 

Liebe auf den ersten Blick

Wenn du die Hoffnung bereits aufgegeben hast, solltest du dem Brooks GTS 19 die Chance geben, dich vom Gegenteil zu überzeugen. Schon beim Auspacken und erstem Betrachten des Schuhs, dachte ich mir nur noch: „Der ist es!“.

Mal abgesehen von der Funktion, die wir gleich noch besprechen werden, punktet der Brooks GTS 19 zunächst durch seine starke Optik. Ich habe den Schuh in einem blau getestet, kann mir diesen aber auch in vielen anderen Farben sehr gut vorstellen. Die Verarbeitung ist sehr durchdacht und hochwertig. An den Fersenkappen befinden sich jeweils Reflektoren, die den Schuh optisch keineswegs abwerten, wie sie es meiner Meinung nach bei anderen Laufschuhen bereits geschafft haben. Das nahtlose Obermaterial ist weich und wirkt sehr einladend – also gleich mal anprobieren. Die Optik täuscht hier nicht, sie wird vielmehr genauso bestätigt. Der Tragekomfort ist erstklassig. Das Obermaterial und die weiche, dicke Zunge sorgen für ein Wohlfühlerlebnis erster Klasse. Die Schuhe lassen sich mit wenig Kraftaufwand schnüren und der Halt wirkt sehr gut. Trotz meines relativ breiten Fußes ist die Schuhweite ausreichend. Zudem habe ich gelesen, dass der Schuh klein ausfallen soll. Das kann ich so nicht bestätigen. Ich trage meine Laufschuhe immer zwischen Größe 46.5 und 47. Bei meinem Testschuh ist 46.5 genau richtig. Was eventuell auch noch interessant für dich sein könnte, ist, dass man die Einlegsohlen des Schuhs einfach rausnehmen und ersetzen kann. Ich persönlich laufe nämlich mit orthopädischen Einlagen, da ich eine zusätzliche Stütze des Fußgewölbes benötige. Aber erstmal genug geschwärmt, lasst uns den Schuh endlich auf Herz und Nieren testen und sehen, ob er das halten kann, was er bis hierhin verspricht.

Ab auf die Piste

Ja, er kann. Und wie er sein Versprechen halten kann.

Noch am Tag der Anlieferung ging es für den Schuh auf eine erste Runde über 10 Kilometer bei Temperaturen unter null und vereister Straße. Zudem waren die Straßen noch von Schneematsch bedeckt. Einen besseren Tag zum Testen hätte ich mir nicht aussuchen können. Was mir direkt auffiel, ist die weiche Dämpfung, die sich dem Fuß und Untergrund anzupassen schien. Nach meiner späteren Recherche erfuhr ich, dass Brooks hierzu beim GTS 19 auf die neuen DNA LOFT pads vertraut. Diese sorgen nach Herstelleraussagen in Harmonie mit der BioMoGo DNA für das richtige Maß an Weichheit unter dem Fuß – ohne an Energierückführung und Dauerhaftigkeit einzubüßen. Dem ist denke ich nichts mehr hinzuzufügen. Was mich in diesem Zusammenhang auch noch beeindruckt hat, ist das GuideRails-System, welches Brooks für den GTS 19 komplett überarbeitet hat, um dem Läufer ein ganzheitliches Support-System zu bieten. Diese sorgen für bequeme Bewegungsabläufe und schonen somit den verletzungsanfälligsten Teil eines jeden Läufers – die Knie.

Außerdem schien mir der Schuh sehr griffig zu sein. An der einen oder anderen Stelle hätte man mit dem einen oder anderen Schuh ganz bestimmt einen Abgang gemacht. Um das Ganze zu bestätigen, bin ich nach dem Lauf kurz in meine alten Laufschuhe geschlüpft und habe den Rutschtest gemacht. Und voilà, mit den anderen Schuhen wäre ich bei diesen Witterungsverhältnissen nicht glücklich geworden. Wie sich das Ganze nach ein paar Hundert gelaufenen Kilometer verhält, kann ich erst in der nächsten Winterphase sagen. Der erste Eindruck fällt also sehr positiv aus. Hoffentlich bewehrt sich das auch nach ein paar mehr Kilometern.

Meinung nach circa 60 Kilometern

Ich bin den Schuh über die letzten Wochen auf sämtlichen Untergründen und bei verschiedensten Witterungsverhältnissen gelaufen und noch immer vollstens überzeugt von den Eigentschaften des Brooks GTS 19. Natürlich habe ich über die Testphase hinweg auch Nachteile entdeckt, die streng genommen aber auch gar keine direkten Nachteile sind. Über längere Distanzen (>10 km) hat der Schuh sich in allen Belangen bewährt. Einzig bei schnellen Tempoläufen konnte der Schuh mich nicht komplett überzeugen. Wenn man das aber weiß und diesen Schuh eher für längere Läufe nutzt, schließt sich dieser Nachteil auch schon wieder aus.

Fakt ist: die Vorteile überwiegen.

Das Obermaterial sorgt nicht nur für Komfort, sondern hält auch ziemlich gut Feuchtigkeit ab. Während meinem erst kürzlich getätigten Waldlaufes durch Matsch und Pfützen sind meine Füße weitestgehend trocken geblieben. Wie man oben gut sehen kann, sind die GTS 19 nicht nur schön Wetter Schuhe. Ich denke, die Schuhe sind daher für fast jeden Läufertyp geeignet. Egal, ob leicht, mittelschwer oder schwere Läufer; ob Asphalt, Waldwege oder sogar mal noch ein bisschen extremer. Der Brooks GTS 19 ist hierbei stets ein verlässlicher Begleiter. Ich selbst würde mich mit circa 86 Kilogramm und einer Körpergröße von 193 cm als mittelschwerer Läufer bezeichnen und profitiere dabei von der Stabilität und Dämpfung dieses Laufschuhs.

  • Dämpfung
    sehr wenig sehr viel
  • Stabilität
    sehr wenig sehr viel
  • Dynamik
    wenig viel
  • Untergrund
    • Bahn
    • Straße
    • Wald
    • Trail

Fazit

Der Brooks GTS 19 ist ein Laufschuh, den ich ruhigen Gewissens weiterempfehlen kann. Hierbei handelt es sich um ein „Rundumsorglospaket“ für Läufer, die hiermit überwiegend längere Distanzen bewältigen wollen. Wie bereits erwähnt, werden Läufer auf kurzen, temporeichen Distanzen nicht endlos glücklich sein.

Die einzige Frage, die sich am Ende stellt, ist: Wie will Brooks in der nächsten Generation noch einen drauflegen? Eins steht jedoch fest: Wir dürfen gespannt darauf sein!

Der Laufexperte

Fabio Kohlenbeck
Fabio Kohlenbeck

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