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Asics Gel-Nimbus 21 - Testbericht

ASICS GEL-Nimbus 21 komfortabel überarbeitet: „Dynamische Dämpfung, dem FLYTEFOAM™ Propel sei Dank“.

Der ASICS GEL-Nimbus 21, das neutrale Flaggschiff in altbewährter Qualität. Allerdings kommt die 21. Auflage mit einigen innovativen Neuerungen. Vor allem haben sich die Dämpfungseigenschaften verändert. Hier setzt ASICS auf das neue FLYTEFOAM™ Propel, ein neuentwickeltes Dämpfungselement der Zwischensohle. Beim Obermaterial handelt es sich um die 2-lagige Jacquard-Mesh-Konstruktion, welche mehr Atmungsaktivität und Halt verspricht. Optisch fällt die etwas voluminösere Dämpfung und ein flacherer gradliniger Schuhkragen auf, welche den Schuh kompakter und gewichtiger erscheinen lässt. Wie sich der neue Nimbus 21 schlägt, könnt ihr im Folgenden lesen.

Die Specs des Testschuhs

Kategorie

Training

Schuhart

neutral

Geschlecht

Herren

Sprengung

10mm

Gewicht

319g (Größe EU/US 43.5/9.5)

Farbe

black/lemon spark

Weite

normal

 

Was bei dieser Farbvariante sofort ins Auge sticht ist das gelb transparente GEL-Element, eingebettet in einem ebenso gelben Zwischensohlenelement. Dies bietet einen schönen Kontrast zum restlichen Schwarz des Schuhs. Des Weiteren fallen die grauen Tiger Stripes auf, die sich mit ihren weißen Konturen abheben. Ich finde die Farbwahl sehr ansprechend – dezent auffällig. Hier hat ASICS mal auf die Neonfarbe verzichtet. Modelltypisch ist die externe Fersenkappe mit farblich abgestimmter Versionsnummer.

Bei dem Obermaterial handelt es sich um ein feinmaschiges Mesh, welches mit gröberen Belüftungslöchern durchsetzt ist. Frühere Modelle waren eher grobmaschig mit einer Netzstruktur, was den Schuh individueller erschienen ließ. Das jetzige Material findet man ebenso bei den anderen Modellen des Herstellers.

Die Mittelsohle folgt dem Trend - mittlerweile setzen viele Hersteller auf Cushion. Sie schaut etwas höher als gewohnt aus und lässt eine gute Dämpfung vermuten. Die AHAR®-Außensohle wirkt schon sehr präsent. Meiner Meinung nach sehr viel Material, jedoch finden wir hier eine mehr als ausreichend gute Profilierung. Unüblich ist hier auch nur eine medial angeordnete Mittelfußbrücke zu finden.

Alles in allem macht der Nimbus 21 einen gewohnt wertigen Eindruck. Allerdings lassen die dicke Sohle und der neu designte Schaft den Schuh ein wenig klobig erscheinen. 

Der erste Eindruck

Hätte ich vielleicht doch einen größeren Schuh nehmen sollen? Dies war mein erster Gedanke. Nach kurzer Tragezeit im Wohnzimmer konnte ich diesen aber schnell verwerfen. Durch die externe Fersenkappe und dem gut gepolsterten Schuhkragen sitzt der Fuß fest und stabil im Fersenbereich. Das Mesh im Vorfußbereich umschließt den Fuß angenehm stramm, was wohl das kurzzeitige Engegefühl ausgelöst hat, dass mich anfangs störte. Das Obermaterial sitzt bei meinem relativ breiten Fuß fast wie eine Socke und sorgt für eine gute Passform, so wie es eigentlich auch sein soll.

Die Schnürsenkel sind sehr elastisch, was sich aber nach der Zeit legt. Zu Beginn ist es schwierig, den richtigen Zug aufzubauen. Ich hatte Bedenken, dass ich den Schuh zu fest schnüren könnte, daher habe ich ihn zunächst zu locker gebunden und musste im Nachhinein noch einmal nachbinden. Bei der Länge der Senkel hat es ASICS sehr gut gemeint. Trotz Marathonschnürung ist die Schleife immer noch relativ lang.

Aufgrund der optisch dickeren Sohle, habe ich mir den Nimbus 21 etwas weicher vorgestellt. Ein Läufer, der vorwiegend Minimalschuhe trägt, wird mir wahrscheinlich widersprechen. Es gibt aber Laufschuhe anderer Hersteller, die eine weichere Dämpfung besitzen. Dennoch ist sie bequem abgestimmt und auch im Vorfußbereich deutlich spürbar. Es macht mich natürlich schon neugierig, wie es sich beim Laufen anfühlen wird. Also ab auf die Laufstrecke!

Lauftraining

Der Schuh kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt. Verletzungsbedingt musste ich ein paar Wochen pausieren und das ausgerechnet noch über die Weihnachtsfesttage. Mit leichten Gewichtsproblemen habe ich mich erst an kürzere Strecken, Sub 10k, gewagt und ich muss sagen, der Schuh gefällt mir richtig gut. Die Dämpfung empfinde ich als sauber abgestimmt – sie ist bis zu einem gewissen Grad weich, weist dann aber ein gutes Maß an Härte auf, sodass man das Gefühl des Bodenkontaktes nicht verliert. Diese Dynamik ist auch bei höherem Tempo und stärkerem Auftritt zu spüren.

Das Wesentliche der Dämpfung ist beim Nimbus 21 das neue Zwischensohlenelement FLYTEFOAM™ Propel. Dies konnte ich bereits bei dem ASCIS Roadhawk FF 2 und Cumulus 20 testen. Daher habe ich mich schon sehr auf dieses Feature im Nimbus gefreut, als ich mir zuvor die Specs zum Schuh angeschaut habe. Ich habe den direkten Vergleich, da ich das Vorgängermodell, den Nimbus 20 (ohne Propel) besitze – die Änderung ist deutlich wahrnehmbar. Der Nimbus 21 ist federnder in der Dämpfung, was sich gerade im Vorfußbereich bemerkbar macht. Läufer ohne Vergleich zum Vorgänger werden diese Eigenschaft eventuell nicht direkt erkennen, profitieren aber von dem reaktiven Laufgefühl. Ich finde diese Entwicklung bei dem Nimbus einfach klasse.

Die weiteste Entfernung mit dem Nimbus waren bisher 21k. Aufgrund meines mäßigen Trainingszustandes, neige ich noch dazu, schnell zu ermüden. Der Schuh bleibt aber komfortabel und gibt mir genügend Sicherheit auf den letzten Kilometern. Er bietet mir die gewünschte Stabilität bei ermüdeter Muskulatur während eines Longruns. Gerade hier fällt mir auf, dass ich mit dem Schuh leise laufen kann. Müder werdend mit schleppendem Laufstil, neige ich mit dem Nimbus 20 dazu, auf den Boden zu „klatschen“. Ich gehe stark davon aus, dass das neue Modell durch die Eliminierung der äußeren Mittelfußbrücke flexibler geworden ist.

Schnellere Einheiten sind durchaus laufbar, allerdings gibt es hier geeignetere Schuhe in entsprechender Kategorie. Bei einer Pace ab Sub 5:00 min/km merke ich schon, dass ich etwas mehr Gewicht an den Füßen trage und die Sohle doch ein wenig zu starr wirkt. Dennoch für kurze schnelle Passagen zu gebrauchen.

Was das Fußklima angeht, kann ich mich nicht beschweren. Weder bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch bei frühlingshaften 18° C hatte ich Probleme. Der Witterung zur Jahreszeit entsprechend waren auch genügend Regenläufe dabei. Hierbei bietet das gute Profil der Außensohle genügend Halt auf der Straße oder den matschigen Feld- und Waldwegen.

Zwischenfazit nach 100km

Auch nach gelaufenen 100km bleiben die Laufeigenschaften unverändert positiv. Ich würde sagen, dass es bei dem Schuh keinerlei Einlaufphase bedarf. Etwas kritisch sehe ich den Verschleiß an der Außensohle. Im Fersen und Ballenbereich ist deutlich Abrieb zu sehen, was ich nach 100km nicht erwartet hätte. Eigentlich habe ich mit ASICS Schuhe immer gute Erfahrungen bezüglich ihrer Haltbarkeit gemacht – ich werde es weiterhin beobachten.

  • Dämpfung
    sehr wenig sehr viel
  • Stabilität
    sehr wenig sehr viel
  • Dynamik
    wenig viel
  • Untergrund
    • Bahn
    • Straße
    • Wald
    • Trail

Fazit

Ob nun mehr Material verwendet wurde als beim Vorgänger, kann ich nicht beurteilen. Der Schuh ist nur geringfügig schwerer geworden (4 g). Dafür hat er aber einige positive Eigenschaften gewonnen und ist in seiner Kategorie ein sehr guter Kompromiss aus Komfort und Gewicht. Ich empfehle ihn mittelschweren bis schweren Läufern, die ohne Pronationsstütze auskommen. Eigentlich ist es das neutrale Pendant zum gestützten ASICS GEL-Kayano 25.

Ohne Frage ist der Nimbus 21 eher für die lange Distanz konzipiert, da er hier seinen optimalen Support zeigen kann. Daher auch sehr empfehlenswert für den Laufanfänger, der noch Unterstützung bei dem Aufbau des entsprechenden Bewegungsapparates benötigt. Auf Asphalt fühlt er sich sicherlich am wohlsten, aber aufgrund seiner robusten griffigen Sohle ist er auch abseits der befestigten Wege gut lauffähig.

Ich werde ihn auf jeden Fall mit in meine Schuhrotation aufnehmen und ihn vorwiegend bei den langsamen Longruns verwenden. Für Läufer, die den Nimbus 21 doch zu eng finden – es gibt ihn auch in der breiteren „2E“ Version!

Der Laufexperte

Alex Park
Alex Park

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