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Testbericht Mizuno Wave Rider Neo

Mit dem Wave Rider Neo bringt der japanische Laufschuhhersteller Mizuno einen etwas leichteren und schnelleren Ableger des großen Bruders Wave Rider 24 auf den Laufschuhmarkt. Ausgestattet mit der neusten Dämpfungstechnologie, Mizuno Enerzy, soll die Energierückgabe weiter optimiert und ein weiches sowie dynamisches Laufgefühl vermittelt werden. Wie sich das neue Modell im Praxistest schlägt und wo seine Stärken und Schwächen liegen, erfahrt ihr in diesem Testbericht.


Werbeversprechen bestätigt – weich und komfortabel

Oftmals werden Verbraucher mit den tollsten Werbeankündigungen zum Produktkauf animiert und sind hinterher enttäuscht, wenn die Versprechungen nicht eingehalten werden. Mizuno hat hingegen Wort gehalten. Der Wave Rider Neo ist ein sehr komfortabler Dämpfungsschuh, der bequem zu tragen ist. Ein angenehm weiches Laufgefühl kann dem Modell definitiv attestiert werden.

Durch den Verzicht auf eine klassische Schuhlasche sitzt der Schuh wie eine zweite Socke am Fuß. Druckpunkte, die eventuell durch eine verschobene Schuhlasche während eines Laufes entstehen können, werden somit eliminiert. Lediglich der Einstieg gestaltet sich etwas schwieriger, aber dank der hohen Fersenkappe inklusive Fingerschlaufe möglichst nutzerfreundlich gelöst. Die hohe Fersenkappe verfügt zudem über eine sehr gute Polsterung und sollte insbesondere Läufern mit empfindlicher Achillessehne zugutekommen. Insgesamt ist der Fersensitz sehr überzeugend, bequem und stabil.


Optik Mizuno Neo


Dank der vielen kleinen Luftlöcher auf der Schuhoberseite ist das Airmesh-Obermaterial besonders atmungsaktiv und angenehm zu tragen. Im Vorfußbereich ist ausreichend Spielraum. Zusätzlich kann die gut gepolsterte Innensohle problemlos herausgenommen und bei Bedarf durch individuelle Einlagen ersetzt werden. Die Schnürung verläuft gradlinig auf der Oberseite.

Beim Herzstück des Wave Rider Neo setzt Mizuno auf eine neue Dämpfungstechnologie, Mizuno Enerzy. Im Vergleich zu vorherigen Versionen soll dieses Material über verbesserte Dämpfungseigenschaften und eine höhere Energierückgabe verfügen. Als Basis dafür dienen zwei wellenförmig angeordnete Schaumstoffe in der Sohle, die eine komfortable Landung und einen energiegeladenen Abdruck garantieren sollen. Diese wellenförmige Sohlenkonstruktion dient auch als identitätsstiftendes Merkmal und gleichzeitig als Namensgeber der Wave-Serie.

Da ich selbst bisher keine vergleichbaren Mizuno-Modelle gelaufen bin, kann ich hier keinen direkten Vergleich ziehen. Aber die grundlegenden Eigenschaften in Form von Dämpfung und Komfort kann ich bestätigen. Insbesondere Fersenläufer werden an dem zusätzlichen Dämpfungsmaterial ihre Freude haben.


Praxistest

Auch im Praxistest sind die charakteristischen Eigenschaften des Wave Rider Neo direkt spürbar: bequemer Sitz, weicher Aufprall und energiegeladener Abdruck. Der Übergang zwischen Landung und Fußabdruck ist fließend und ein Indiz für die Wave-Technologie. Der Wave Rider Neo eignet sich bestens für ruhige Dauerläufe, um im Training Kilometer zu sammeln. Dabei ist die Wahl des Untergrundes Nebensache. Die vielen kleinen Gummielemente im Vorfußbereich garantieren einen sicheren Abdruck auf Asphalt-, Schotter- oder Waldwegen. Erst bei nassen, rutschigen Böden stößt das Modell an seine Grenzen.

Das sockenähnliche und atmungsaktive Airmesh-Obermaterial ist sehr angenehm zu tragen und auch der hohe Fersensitz ist beim Lauf nicht zu spüren. Der Fuß ist bequem und stabil eingebettet. Beim jeweiligen Fußaufsatz über die Ferse sind die weichen Dämpfungseigenschaften stets spürbar. In der Regel empfehle ich neue Laufschuhe zu Hause zum Eingewöhnen zu tragen. Aber beim Wave Rider Neo kann gerne eine Ausnahme gemacht werden. Also reinschlüpfen, genießen und los geht’s.


Praxis


Hervorheben möchte ich noch das schlichte, aber optisch dennoch ansprechende Design. Die kleinen farblichen Akzente auf der Oberseite als auch der Sohle gefallen mir sehr gut. Nach rund 100 Kilometern lassen sich keine Abnutzungserscheinungen an der Sohle erkennen. Aber wie bei jedem Modell hat auch der Mizuno Wave Rider Neo seine Grenzen.

Der Einsatzbereich des Wave Rider Neo beschränkt sich in meinem Fall ausschließlich auf ruhige Dauerläufe. Hier kommen die bereits betonten Stärken des Schuhs sehr gut zur Geltung. Sobald mit dem Tempo gespielt wird, ist mir persönlich der Schuh zu weich und zu behäbig. Hier fehlt es mir an Dynamik und Reaktionsgeschwindigkeit für höhere Tempobereiche mit einer geringeren Bodenkontaktzeit. Mittelfuß-/ Vorfußläufer profitieren von den genannten Dämpfungseigenschaften nicht so sehr wie Fersenläufer. 

 

Der Mizuno Wave Rider Neo im Detail

Dank der neuen Technologie, Mizuno Enerzy, konnten die Wave Rider-Modelle an Gewicht verlieren und an Dämpfung und Dynamik gewinnen. Dennoch bringt der Wave Rider Neo in Schuhgröße 43 stolze 295 Gramm auf die Waage. Die hohe Sprengung von 12 mm ist wiederum ein Indiz für die guten Dämpfungseigenschaften. Insbesondere Fersenläufer profitieren von der hohen Energierückgabe.

Die Außensohle mit zahlreichen kleinen Gummielementen im Vorfußbereich bietet einen sehr soliden Halt und fühlt sich auf Asphaltwegen, Schotterpisten und Waldböden wohl.


Test Mizuno Wave Rider Neo


Trainingstechnisch ist der Wave Rider Neo ein klassischer Dauerlaufschuh, um im Wohlfühltempo viele Kilometer zu sammeln (Pace von über 5min/km). Sobald alternative (schnellere) Einheiten wie Tempodauerläufe, Fahrtspiele oder Intervalle auf dem Trainingsplan stehen, gibt es definitiv leichtere, direktere und dynamischere Modelle. Auch bei Wettkämpfen sollten reaktionsfreudigere Alternativen zum Einsatz kommen. Ebenfalls empfehle ich ambitionierten und leichteren Läufern – Frauen unter 60kg und Männer unter 70kg – einen weniger stark gedämpften und leichteren Trainingsschuh wie den Wave Rider Neo

Der Mizuno Wave Rider Neo kommt ohne Pronationsstütze aus und ist bestens für neutrale Läufer geeignet. Durch den hohen Fersenkragen gelingt der Einstieg gut – trotz fehlender Schuhlasche. Der Fersensitz ist sehr komfortabel und im Vorfußbereich ist ausreichend Spielraum. Der sockenähnliche Sitz und das atmungsaktive Mesh-Obermaterial runden den sehr angenehmen Sitz ab. Gelistet ist der Schuh beim Hersteller mit 170 Euro. Für einen klassischen Trainingsschuh im Dauerlaufbereich ein sehr stolzer Einstiegspreis.

 Größentechnisch gibt es die Frauenmodelle in den Größen 36,5 bis 43 und die Männermodelle in den Größen 39 bis 50. Bei der Größenwahl sollte darauf geachtet werden, eine halbe Nummer kleiner zu nehmen, da der Schuh größer ausfällt. Als guter Anhaltspunkt dient hier die Größe in cm, um einen Vergleich zu anderen Laufschuhen herzustellen. Bei den Farbvarianten beschränkt sich Mizuno bei den Frauen- als auch Männermodellen auf nur zwei Alternativen: black/black/diva pink und lunarrock/black/sorange. Einfach ausgedrückt eine dunkles blau und eine weiß-graue Version. Auch wenn mir persönlich das schlichte blaue Modell gut gefällt und auch für die bevorstehende „dreckige“ Jahreszeit gut geeignet ist, wären weitere Farbalternativen wünschenswert. Komplettiert werden die einzelnen Modelle von dem auffälligen Mizuno-Logo an der Innen- und Außenseite des Schuhs.


Tabelle


Einordnung in die Mizuno-Familie

Wie der Dauerbrenner und allzeit beliebte Dauerlaufschuh Mizuno Wave Rider 24 hat auch der hier getestete Wave Rider Neo das neue Technologieupdate, Mizuno Enerzy, erhalten. Wobei im Wave Rider 24 die neue Dämpfung nur im Fersenbereich integriert wurde. Beim Wave Rider Neo ist diese auch Bestandteil im Vorfußbereich, was letztlich den Schuh etwas dynamischer machen soll. Dennoch weist der Wave Rider 24 sehr ähnliche Laufeigenschaften auf (Gewicht, Sprengung, Einsatzgebiet) und richtet sich an die gleiche Zielgruppe. Optisch überzeugt der Wave Rider 24 mit einer Schuhlasche und mehr Gummielementen auf der Außensohle. Bei der endgültigen Schuhauswahl kommt es wohl auf die persönlichen Präferenzen an, wobei der Wave Rider 24 um 20 Euro günstiger ist.

 Ähnlich verhält es sich mit dem Mizuno Wave Inspire 16. Auch dieses Modell kann der Kategorie Daily Trainer zugeordnet werden. Jedoch hat der Wave Inspire 16 das neuste Technologie-Update, Mizuno Enerzy, noch nicht erhalten. Hier wird noch auf die SmoothRide Support Wave-Technologie gesetzt, die aber ein ähnlich komfortables Laufgefühl vermitteln soll.

Läufer, die nach noch mehr Komfort suchen, sind mit dem Mizuno Wave Sky Neo sehr gut beraten. Neben der neuen Dämpfung, Mizuno Enerzy, verfügt der Schuh zusätzlich über eine weitere Unterstützung in Form von Mizuno Enerzycore. Insgesamt bringt der sehr voluminös wirkende Schuh 335 Gramm auf die Waage. Leichter, reaktionsfreudiger und schneller wird es mit den Modellen Wave Shadow 4 oder Wave Aero 18.

Markenübergreifend sind folgende Modelle mit ähnlichen Laufeigenschaften einen Blick wert: Asics Gel-Nimbus 22, Brooks Glycerin 18, New Balance 1080 oder Hoka One One Clifton 7.


Fazit

Der Mizuno Wave Rider Neo weiß mit der neuen Dämpfungstechnologie, Mizuno Enerzy, zu überzeugen. Der komfortable, sockenähnliche Sitz und die gute Energierückgabe machen das Modell zu einem treuen Begleiter für ruhige Dauerläufe im Wohlfühlbereich. “Schwere Läufer“, die bevorzugt über die Ferse abrollen, werden ihre Freude mit dem Schuh haben. Dennoch birgt der hohe Einstiegspreis eine gewisse Hürde, weshalb es sinnvoll ist alternative Mizuno-Varianten wie den Mizuno Wave Rider 24 in die engere Auswahl zu nehmen.