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Testbericht Trinkflasks

Der Sommer kommt!

In den nächsten Wochen wird das Wetter auch in den mitteleuropäischen Gefilden zunehmend wärmer und eine Flüssigkeitsversorgung während sportlicher Aktivitäten ist dann eine der wichtigsten Prioritäten, um die eigene Ausdauerleistung und Versorgung während des Trainings und Wettkampfs sicherzustellen.

Nachdem Salomon vor einigen Jahren die „Softflask“ hoffähig gemacht und der breiten Masse zur Verfügung gestellt hat, „tummeln“ sich zunehmend mehr Hersteller in diesem Segment.

Die Flask hat dabei immer mehr Marktanteile gewinnen können, denn sie vereint viele praktische Vorteile für Sportler. Wie sich die verschiedenen Hersteller in der Praxis schlagen, könnt ihr dem folgenden Testbericht entnehmen.

Shop4Runners hat mir die Softflasks zur Verfügung gestellt, so dass ich selbige unabhängig von etwaigen Herstellerinteressen testen konnte.

Flaschen

Allgemeine Gedanken zum Thema Softflask:

Im Bereich der Flüssigkeitsversorgung und auch Energieversorgung gibt es grundsätzlich drei verschiedene „Trink-Systeme“, die sich mehr oder minder etabliert haben.

Zum einen die klassische, harte Trinkflasche (Fahrradflasche in verschiedenen Größen), oder die Trinkblase (i.d.R. 1-2 Liter Volumen) mit entsprechendem Trinkschlauch und schließlich Softflasks in verschiedenen Größen.

Jedes dieser Systeme hat eigene Vor- und Nachteile. Die Flasks vereinen hierbei meiner Meinung nach die meisten Vorteile für sich:

Zum einen ist es mit Ihnen möglich, sehr platzsparend „Flüssigkeitsbehälter“ mitzuführen. Wenn eine Softflask leergetrunken ist kann man diese ganz klein zusammenfalten und in fast jede Tasche verstauen.

Zwar bieten die Flasks nicht ganz so viel Volumen wie eine Trinkblase, aber auch hier ist es durchaus vorteilhaft, zwei oder sogar drei (bei Ultra-Marathons etc. …) Flasks mitzunehmen, so dass man in der Lage ist, neben Energiegetränken auch reines Wasser zu transportieren, um bei der Ausübung entsprechender sportlicher Aktivitäten flexibler zu sein. Jedoch reichen 500-600ml für viele „Lauftrainings“ völlig aus. Wenn man mehrere Flasks mitführen muss, zum Beispiel wenn die Mindestflüssigkeitsmenge (Ultratrails) bei z.B. 1,5 l liegt, kann man so das Gewicht bei mehreren Softflasks auch besser in einem Laufrucksack/Laufweste verteilen als zum Beispiel bei einer großen Trinkblase.

Auch sind die Flasks sehr schnell und leicht aufzufüllen. Ebenso bouncen diese deutlich weniger als zum Beispiel Fahrrad-Flaschen, weil sie sich beim Trinken immer weiter zusammenziehen.

Auch die Reinigung gestaltet sich sehr einfach, da man diese sehr einfach ausspülen und mit kleinen Bürsten auch von innen sehr gut reinigen kann, oder auch in einer Spülmaschine reinigen kann.

Zudem lässt sich auch der Schraubverschluss und Ventilkopf mittlerweile sehr einfach auseinandernehmen und reinigen.

Durch die Verwendung von integrierten Trinkschläuchen mit entsprechend passenden Ventilen sind die Flasks zudem auch sehr flexibel einsetzbar und man kann aus ihnen trinken, ohne selbige aus entsprechenden Taschen eines Lauf-Rucksacks herausnehmen zu müssen.

Nachteil der Flasks ist im Allgemeinen, dass diese bezogen auf Fahrrad-Flaschen und einfachen Trinkblasen doch deutlich teurer sind: Unter 15 € ist eine 500 ml Flasche kaum zu bekommen, so dass ein „Gesamttrinksystem“ für 1,5 l mit circa 40-60 €, teilweise sogar darüber zu Buche schlagen kann.

Allgemeine Gedanken

Technische Daten / Herstellerinfos der einzelnen Flasks:

SALOMON +500 ml Speed („SPEEDFLASK“):

Der Marktführer Salomon bietet mit der Speed-Version zum Preis von 25€ (UVP) eine mit zahlreichen pfiffigen Details gespickte Trinkflask an.

Zum einen bietet die Speedflask eine 42mm-Öffnung für ein schnelleres Befüllen. Des Weiteren hat sie einen stabileren, thermogeformten Boden, um die Flask schneller in die entsprechenden Rucksacktaschen zu verstauen.

Verschweißte TPU- und RF-Säume sollen für höhere Langlebigkeit, Abriebfestigkeit und Elastizität sorgen. Ebenso ist die Flask BPA- und PVC-frei und bietet einen breiten Temperaturbereich (gefroren bis max. 60 °C).

 

COMPRESSPORT Ergoflask 500 ML (+ Schlauch) Rot

Durch die glatte Außenfläche und eine verbesserte, schlankere Form soll sich die Ergo-Flask leicht in einer Tasche, einem Sport-Belt oder einem Rucksack verstauen lassen.

Als Highlight ist eine zweite Kappe mit einem langen Trinkschlauch als Option für diejenigen vorgesehen, die es vorziehen, zu trinken, und dabei die Flasche im Laufrucksack oder Sportbelt zu belassen.

Die umweltfreundliche und langlebige Flask ist ebenfalls garantiert 100 % PVC- und BPA-frei, so dass man sie sicher verwenden, waschen und wieder verwenden kann.

Die Ergo-Flask ist wie die Speedflask auch für den Geschirrspüler geeignet.

Die UVP liegt für das Set bei „niedrigen“ 20€.

Compress Sport

Orange Mud Ultraflask, 500ml

Die UltraFlask ™ 500ml ist eine ideale Ergänzung zu den Orange Mud-Produkten der Serien Endurance Pack, HydraQuiver Vest Packs, Gear Vest, Adventure Pack und PFV.

Sie „baut“ deutlich breiter (und kürzer) auf als die beiden vorgenannten Flasks, passt daher  – komplett gefüllt – nur „schwer“ in die gängigen Fronttaschen von Laufrucksäcken.

Die Ultraflask wird optional mit einem 4-Zoll-Schlauch geliefert (ich habe aber aktuell nur Angebote mit Trinkverlängerung gefunden).

Sie bietet wie die Salomon-Flask auch eine 42mm-Öffnung zum leichteren Befüllen und auch einen breiten Temperaturbereich (s.o.), ist ebenso 100% BPA und PVC-frei und „Spülmaschinen-geeignet“.

ANTI-SLOSH-Funktion: Schrumpft beim Trinken und reduziert das Schwappen der Inhalte. Laut Hersteller ist die Ultraflask besonders langlebig, für eine lebenslange harte Nutzung gebaut, und besitzt eine No-Leak ™-Garantie.

Auch Orange Mud wird wie Salomon in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten HydraPak entwickelt, so dass z.B. der Deckel wechselseitig passt. Man kann also eine Ultraflask mit Verlängerung kaufen und die kurzen Ventilkappen (42mm!) ggf. auch von Salomon-Flasks (weiter) verwenden.

 

REINIGUNG:

Die Reinigung gestaltet sich bei allen Flask einfach:

Am besten direkt nach dem Sport gründlich mit warmen Wasser, ggf. etwas Spüli reinigen, das Trinkventil kann man relativ einfach auseinanderziehen.
Letzteres sollte man durchaus beachten, da sich sonst unschöne Beläge im Ventil bilden können!

Für die Flasks kann man schmale Bürsten verwenden, auch für die Trinkschläuche gibt es spezielle, sehr schmale Bürsten mit langem Stil.

Bei Bedarf kann man die Flasks auch mal (zusätzlich) ins Gefrierfach legen.

Aufgrund der weißen durchsichtigen Farbe erkennt man bei der Orange Mud etwaige Verunreinigungen am besten. Wenn man rote, oder gelborange-farbene Energy-/Iso-Trinks verwendet, sieht man diese auch in der Salomon Flask ganz gut… bei der roten Compressport evtl. nicht ganz so gut.
Wenn man aber regelmäßig reinigt, ist dieser Aspekt wohl egal.

Alle drei Flasks sind grundsätzlich auch für die Reinigung in der Spülmaschine geeignet.

Handhabung

HANDHABUNG, beim Sport:

Während der sportlichen Aktivität, sowohl beim Laufen, als auch beim Radfahren (wenn man keine Fahrradflasche nutzen kann oder will –

die Flasks passen in die Rückentaschen von normalen Radtrikots), machten alle drei Flasks eine sehr gute Figur.

Die Bedienung ist einwandfrei, das Trinken gestaltet sich simpel und auch die Dichtigkeit war sehr gut bis hervorragend. Insbesondere die Salomon Flask punktet durch eine extrem gute Verarbeitung und Dichtigkeit des Ventils und des Deckels.

Die Orange Mud war auf einem vergleichbar hohen Niveau. Lediglich die Compressport fiel hier etwas ab, oder man musste den Deckel doch sehr fest zu schrauben, um eine optimale Dichtigkeit zu gewährleisten.

Aktivität

LAUFRUCKSACK:

Grundsätzlich war es sehr einfach, die Trinkflasks in die entsprechenden Fronttaschen von Laufrucksäcken/-Westen zu verstauen, insbesondere die etwas schmaleren von Compressport und Salomon.

Die Orange Mud „baut etwas breiter“, ist oben aus einem leicht verstärkten Material. Sie ist somit insbesondere „komplett gefüllt“ bei den schmal geschnittenen Fronttaschen schwerer einzuführen.
Wenn man sie mit dem Trinkschlauch verwendet, ist dieses Thema etwas weniger relevant, weil man die Ultraflask dann gar nicht (oder nur zum Nachfüllen) aus der Fronttasche nehmen muss.

Der thermogeformte Boden der Speedflask zeigt leichte Vorteile beim schnellen Verstauen, da sich dieser insbesondere im gefüllten Zustand durch den abgerundeten Bodenbereich deutlich leichter in Front-Taschen einführen lässt.

Aber auch die die Ergoflask machte hier eine durchaus gute Figur:

Sie konnte gut in den Fronttaschen von diversen Laufrucksäcken verstaut werden (getestet wurden hierbei Salomon Rucksäcke, Compressport Ultra run und eine Decathlon/ Kalenji Laufweste).

Beim Trinken ist es (dann) durchaus vorteilhaft, längere Trinkschläuche zu verwenden.

In diesen Fällen musste ich die Flasks gar nicht erst aus den Fronttaschen herausnehmen oder die Fronttasche komplett nach oben schieben und den Kopf dabei absenken (was auch eine Möglichkeit ist, zu trinken ohne die Flask herauszunehmen. Dies ist zwar etwas umständlich, aber bei Verwendung der kurzen Ventile durchaus praktikabel).

Wenn man die Flasks in einem Sportbelt oder Tasche eines Lauf-Shorts verstaut, bringen die Trinkschläuche zumindest keinen Vorteil.

Ein Vorteil der Ergoflask von Compressport war hierbei, dass der Trinkschlauch bis zum Bodenbereich geht und es somit leichter ist, die Flüssigkeit komplett auszutrinken.

Bei der Ultraflask mit einem Trinkschlauch, der nur bis zum Deckel geht und quasi in selbigen integriert ist, funktionierte die Flüssigkeitszufuhr grundsätzlich auch sehr gut, zumal sich diese beim Trinken zusammenfaltet und keine Luft „zieht“. Somit war auch bei der Ultraflask ein „verzögerungsfreies“ Trinken ohne „Luftsaugen“ möglich.

Besonders gefiel mir, dass Salomon und Orange Mud eine größere Öffnung haben, so dass sich das Befüllen leichter bewerkstelligen lässt, oder auch Eiswürfel eingefüllt werden können.

Dies kann insbesondere in den heißen Sommermonaten interessant sein, wenn man Getränke länger kühl halten möchte.

Die Durchflussrate bei den Ventilen war gut. Salomon konnte hier jedoch einen Vorteil für sich verbuchen, da die Durchflussrate noch einmal deutlich höher war als bei der Ergoflask.

 

LAUFBELTS & TASCHEN:

Auch wenn man die Softflasks in einer große Front- oder Rückentasche von Lauftights oder Laufshorts verstaut, oder auch in einem Sportsbelt, machten diese eine gute Figur. Man muss jedoch beim Herausnehmen aufpassen, dass man nicht das Ventil zusammendrückt und somit die Flüssigkeit aus den Flasks herausfließen kann.

Dies ist jedoch lediglich etwas Übungssache.

Anmerkung:
Die Ultraflask mit ihrem nicht ganz so langen Trinkschlauch machte auch ein einem Sportsbelt eine durchaus gute Figur. Man konnte den Schlauch auch außen überstehen lassen, da dieser kaum wackelt.
Durch den „Anti-Slosh“-Effekt aller drei Flasks „bouncen“ diese beim Laufen so gut wie gar nicht, da sie sich immer weiter zusammenziehen!

Das ist sehr angenehm und macht deutlich weniger Stress als bei sog. „Hard-Flasks“ -  z.B. bei normalen Laufgürteln!


HINWEIS:
Vorteilhaft ist insbesondere, dass die Flasks somit auch nur halb gefüllt werden können, dann ein deutlich geringeres Volumen haben, und damit auch in kleinere Taschen verstaut werden können.

Somit muss man nicht zwingend auf kleinere Flask-Größen mit 250 oder 300ml zurückgreifen, sondern kann einfach eine mit 500ml für alle Eventualitäten verwenden. 500 ml ist sozusagen die „Flask für alle Fälle“.

Hinweis

TIPP:

Es gibt Triathlon-Einteiler und auch Shirts mit einer „Nackentasche/Eiswürfel-Tasche“ – z.B. von Kiwami (Spider LD Aero2 und auch das Equilibrium Shirt).

In diese kann man z.B. auch eine Flask verstauen. Insbesondere die ERGO-Flask von Compressport mit (langem) Trinkschlauch kann man einfach „zwischen“ den Schulterblättern transportieren, den Trinkschlauch vorne unterhaken und muss diesen dann nur zum Mund führen, um Flüssigkeit nachzutanken.
Eine praktikable und minimalistische Lösung, die bei mir sehr gut funktioniert!

 

ALTERNATIVEN:

Sowohl bei Salomon, Orange Mud und Compressport gibt es Flasks in verschiedenen Größen (125-600ml) und teilweise auch in unterschiedlichen Farben (insbesondere Ergoflask).

Ebenso ist es möglich, die Flasks mit und ohne Verlängerungen zu kaufen.

Salomon bietet sogar eine „Filter-Cap“ an, die mit Soft Flasks des Herstellers kompatibel ist, deren Öffnung 42mm beträgt. Mit dem Verschluss-Filtersystem kann man Bakterien und Protozoen aus etwa 1.000 Liter Wasser filtern.

Teilweise gibt es auch besondere HANDHELD-Systeme, um die Softflask beim Laufen (in der Hand) zu fixieren, was insbesondere bei den amerikanischen Ultraläufern durchaus beliebt ist.
In der Regel sollte man dann aber Flask und Handheld vom selben Hersteller nutzen, oder die Kompatibilität checken.

Ich selber bevorzuge aber ein Verstauen im Lauf-Rucksack, Sportbelt oder aber in großen Taschen von Lauf-Shorts oder Tights.

Für eine Übersicht hier der Link in den Shop zu den einzelnen Anbietern der Flasks:

https://www.shop4runners.com/zubehor/trinkflaschen/salomon-compressport-orange_mud.html

TIpp


FAZIT:

Trinkflasks setzen sich immer mehr im Sportbereich und bei Ausdaueraktivitäten durch.Und das zu Recht!

Die Softflasks sind einfach extrem flexibel, zuverlässig haltbar und insbesondere dicht.

Mit den Verlängerungen bieten Sie darüber hinaus Möglichkeiten, um die Flüssigkeitsaufnahme weiter zu optimieren.

Salomon mit seiner „Speedflask“ hat hier in Sachen Verarbeitung und Handling leichte Vorteile.

Der verstärkte Bodenbereich erleichtert das Einführen in Fronttaschen.

Die große Öffnung und das Ventil mit hoher Durchflussrate optimieren, beziehungsweise machen das Befüllen und die Nahrungsaufnahme bei sportlichen Aktivitäten deutlich leichter.

Compressport bietet für klein(er)es Geld eine Trinkflasche mit zusätzlicher Trink- Verlängerung. Man hat sozusagen beide Optionen zum Preis für eine.

Der Trinkschlauch funktioniert sehr gut. Die Verarbeitung ist hochwertig. Man muss jedoch beim Deckel darauf achten, dass man selbigen sehr fest verschraubt, um eine optimale Dichtigkeit zu gewährleisten.

Die Durchflussrate des Ventils ist gut kommt ihr doch nicht ganz an Salomon heran.

Auch Orange Mud weiß mit einer sehr guten Verarbeitung zu überzeugen und bietet auch eine große Öffnung zum Befüllen. Ebenso ist das Ventil gelungen und bietet eine höhere Durchflussrate als Compressport, jedoch nicht ganz so hoch wie Salomon. Der Preis für die Ultraflask ist angemessen.

Etwas aufpassen muss man aber, dass die Ultraflask breiter ist und (100% gefüllt) nicht ganz so gut in schmale Rucksack-Fronttaschen passt.

Einen Gesamtsieger auszumachen fällt nicht leicht:

Zwar ist Salomon in Sachen Verarbeitung, Handling, Durchflussrate vorne, jedoch bietet Compressport für weniger Geld die Option, eine Trinkhalm-Verlängerung zu nutzen. Ebenso ist Orange Mud preis-/leistungsbezogen auf einem sehr hohen Niveau.

Referenz ist für mich Salomon, Preisleistungs-Sieger Compressport, ein guter Mix aus Preis und Qualität: Orange Mud.

Alle drei Anbieter kann ich wärmstens empfehlen. Insbesondere wenn die Flüssigkeitsaufnahme in den heißen Sommermonaten immer wichtiger wird.

Fotos: Compressport, Salomon, Orange Mud und privat

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