Der Saucony Fastwitch 8  (hier kaufen) zählt mittlerweile schon zu den wahren Klassikern im Sortiment des amerikanischen Herstellers Saucony. Von Anfang an als leichter Wettkampfschuh gedacht, hatte er auch immer schon viele Anhänger im Triathlon. Woran das liegt und warum der Fastwitch in seiner achten Version ein wahrer Alleskönner ist, möchte ich euch gerne erklären.

test saucony fastwitch 8

Ein neuer Wettkampfschuh muss her...

Die Suche nach einem neuen Wettkampfschuh ist oft keine einfache. Viele Läuferinnen und Läufer greifen häufig einfach aus Gewohnheit auf bereits bewährte Modelle zurück oder verlieren sich in den Details der vielen verschiedenen Angebote auf dem Markt.

Dabei kann es manchmal so einfach sein. Was sollte ein guter Wettkampfschuh können? Nun, vor allem sollte er leicht und schnell sein. Und wenn er dann auch noch gut aussieht und für viele Kilometer ein treuer Begleiter ist, dann kann man schon eigentlich nichts mehr falsch machen.

So habe ich bisher gedacht - und dann festgestellt, dass es noch so viele weitere Details zu entdecken gibt.

Der erste Eindruck

Als ich den Saucony Fastwitch 8 zum ersten Mal in den Händen halte, bin ich zunächst einmal vom erstaunlich geringen Gewicht überrascht. So sehr, dass ich direkt zur Küchenwaage greife: 185 Gramm in Schuhgröße 42,5 sind eine wahre Ansage. Passend dazu präsentiert sich der Schuh aber auch optisch extrem schnell. Das dunkelgrau-schwarze Obermaterial wirkt sehr technisch - was maßgeblich an dem vom Hersteller Flex Film genannten und verschweißten Overlays liegt. Dazu das ungewöhnlich weit vor platzierte silberfarbene Saucony-Logo - auf den ersten Blick ist der Fastwitch ein Schuh zum Auffallen. Neben all den weißen Mittelsohlen auf dem Markt wirkt die limonengelbe Zwischensohle erfrischend anders. Anders sind aber auch die vielen Details...

Auf die inneren Werte kommt es an!

Angefangen bei der Sohleneinheit wären da zum Beispiel die kleinen Drainageöffnungen in der Mittelsohle (Triathlon!), welche übrigens eine leichte mediale Pronationsstütze aufweist, die durchgängige und flache, PWRTRAC genannte Außensohle oder aber der liebevolle Schriftzug „Be fast, not last“, welcher sich unter der rechten und linken Ferse versteckt. Doch auch das Obermaterial weiß zu gefallen. Beim Material an sich handelt es sich um ein sehr leichtes und luftiges Mesh, welches an den wichtigen Stellen mit den erwähnten Overlays verstärkt wurde, um so die Haltbarkeit zu erhöhen. Durch den Verzicht auf Nähte bleibt das Material auf der Innenseite schön glatt, so dass - und hier kommen wir schon wieder auf die Triathleten - sich der Schuh auch wunderbar ohne Socken laufen lässt. Liebe zum Details zeigt sich aber auch innerhalb des Schuhs. So wurde die Fersenkappe zwar durchaus etwas fester konstruiert, durch eine weiche Auspolsterung aus RUNDRY genanntem Material fühlt sie sich aber deutlich flexibler an. Die gleiche leichte Polsterung findet sich übrigens auch an der Zunge wieder, wodurch ein gewisses Maß an Komfort gewährleistet wird. Doch wie werden sich all diese Details schließlich am Fuß anfühlen? Ein erster Problelauf wird´s zeigen...

Schuhtest mit eigener Meinung

Nachdem ich mir den Schuh ausgiebig angesehen hatte, war es auch schon an der Zeit für einen ersten Test. Beim ersten Hineinschlüpfen fällt zunächst einmal auf, wie wunderbar der Fuß vom Obermaterial umschlossen wird. Die Fersenkappe sitzt satt am Fuß, am Mittelfuß vermittelt das Obermaterial einen sicheren Halt und die Zehenbox bietet ausreichend Platz, damit sich der Vorfuß in der Abrollbewegung problemlos entfalten kann. Bis hierhin also schon mal ein klares Plus. Ebenso positiv erscheint die Schnürung, welche aus flachen, gut haltenden Schnürsenkeln und einer recht eigenwilligen Anordnung der Löcher besteht. Diese umfasst im Mittelfußbereich eine doppelte Öse, zwischen welcher die Zunge mit in die Schnürung integriert wird. Das diese Konstruktion maßgeblich an der guten Passform beteiligt ist, zeigt sich bereits im Schuhkarton. Auch ohne Fuß steht der Schuh unheimlich gut dar und behält stets seine Form. Doch überzeugen soll ein Wettkampfschuh ja vor allem beim schnellen Laufen und dafür geht es zunächst einmal auf die Laufbahn.

It´s all about the details!

Auf der Bahn gibt es keine großen Hindernisse und so kann man sich ganz auf den Lauf konzentrieren. Oder eben Schuhe testen - so wie an diesem herbstlichen Nachmittag, an dem es zwar noch nicht wirklich kalt ist, aber schon einige Stunden geregnet hat. Die Bahn ist also nass und schon bald wird sich zeigen, dass genau dieser Umstand gnadenlos die Vor- und Nachteile des Fastwitch aufdeckt. Doch zunächst geht es locker los. Während der ersten Schritte fällt zunächst einmal die flache Sprengung auf. Lediglich vier Millimeter beträgt die Differenz zwischen Ferse und Vorfuß, so dass man gefühlt schon sehr flach im Schuh steht. Ebenso auffällig: die sehr direkte Dämpfung der SSL EVA-Mittelsohle. Saucony verzichtet hier bewusst auf zusätzliche Dämpfungselemente, was der Zwischensohle in jeder Phase der Bewegung ein gleichbleibend direktes Abrollverhalten verleiht. Dabei ist sie keinesfalls hart - sondern eher sportlich-straff abgestimmt. Beim ersten Bodenkontakt ist schon eine gewisse Dämpfung spürbar, welche allerdings eher schnell anspricht und in Verbindung mit der flachen Geometrie zu einer schnellen Weiterleitung in die Abrollbewegung führt. Das Gefühl der ersten Laufschritte, gerade wenn ein so flacher Schuh noch etwas ungewohnt ist, lässt sich wohl am einfachste mit einem permanent leichten Bergablaufen beschreiben. Zur besseren Vergleichbarkeit muss man sagen, dass ich etwa 55 kg wiege und sich der Schuh für schwere Läuferinnen und Läufer daher eventuell noch etwas anders anfühlen könnte.

Ein wahrer Wettkampftyp!

In jedem Fall aber verleitet der Fastwitch zum schnellen Laufen. Das spüre auch ich auf meiner ersten Stadionrunde deutlich. Man merkt schon deutlich, dass der Schuh für höhere Geschwindigkeiten konstruiert wurde - denn je schneller ich laufe, umso flüssiger scheint der Abrollvorgang zu funktionieren. Wenn das Ziel der Entwickler war, einen dynamischen Laufstil über den Mittel-/Vorfuß zu ermöglichen, so haben sie ihr Ziel definitiv erreicht. Was auch erst jetzt wirklich spürbar wird: die leichte Pronationsstütze. Man muss sich aber schon sehr darauf konzentrieren, um wirklich etwas von ihr zu bemerken. Dann jedoch fühlt man das gewisse Maß an Stabilität, welches sie der Zwischensohle verleiht. Für stärkere Pronationstendenzen ist sie aber nicht ausgelegt - eher als leichte Ermüdungsstütze, um dem Fußgewölbe auch im ermüdeten Zustand etwas Stabilität zu bieten. Und das funktioniert auch ganz hervorragend. Zu keinem Zeitpunkt störend, löst sich der Schuh am Fuß fast schon in Luft auf. Man vergisst beinahe, dass man ihn überhaupt trägt, so leichtfüßig fühlen sich die ersten Runden im Fastwitch 8 an.

Ein kleines Minus wäre da doch noch...

Sohle

Doch spätestens jetzt wird auch klar, wieso Triathleten diesen Schuh lieben und ich meinen ersten negativen Aspekt erwähnen muss. Die Drainageöffnungen in der Zwischensohle. Natürlich ermöglichen diese eine hohe Atmungsaktivität und gerade im Triathlon ist das bestimmt eine sehr gute Sache - auf der nassen Bahn im Herbst allerdings sind damit aber auch ganz schnell die Laufsocken im Schuh feucht. Aber gut: immerhin würde das Innenmaterial auch ein Laufen ohne Socken ermöglichen und somit mache ich mir um Blasen keine großen Gedanken. Ebenso wenig Gedanken muss man sich um den Grip machen. Letztendlich habe ich den Schuh auch in den heimischen Wäldern getestet und der Halt ist sogar auf matschigeren Untergründen wirklich hervorragend. In der Kategorie der leichten Wettkampfschuhe wahrscheinlich sogar einer der besten. Wäre da nur nicht die Matsche in den Schuhen. Aber angesichts der guten Allround-Fähigkeiten kann man darüber wohl auch hinwegsehen. Eine Besonderheit wäre allerdings noch zu erwähnen: der Schuh fällt etwas klein aus. Grundsätzlich würde ich ihn eine halbe Nummer größer empfehlen, gerade in Bezug auf die Größen in anderen Saucony-Modellen.

Meinung nach ca. 100 gelaufenen KM

Wie schlägt sich der Fastwitch 8 in der Praxis?

Mittlerweile hatte ich nun schon ausreichend Zeit und Gelegenheit den Fastwitch 8 auf Herz und Nieren zu testen und gemeinsam haben wir nun schon rund 100 Kilometer zurückgelegt. Von den schnellen Tempoläufen auf der Bahn, über Tempodauerläufe auf der Straße bin hin zum 10 km Wettkampf. Positiv zu erwähnen ist dabei auf jeden Fall die generelle Haltbarkeit des Schuhs. Sowohl Obermaterial als auch Mittel- und Außensohle sind weiterhin in einem sehr guten Zustand und haben noch nichts von ihrer Funktion eingebüßt. In Bezug auf die Dämpfung würde ich sogar sagen, dass der Schuh mit einigen Kilometern noch deutlich komfortabler wird, hier benötigt das Dämpfungsmaterial scheinbar eine etwas längere Einlaufzeit. Wirklich überrascht bin ich jedoch vom Profil der Außensohle. Ob wohl dieses eher griffig daherkommt und somit aus einer weicheren Gummimischung bestehen müsste, zeigt sich bisher noch keinerlei Abrieb somit hat mich der Schuh auch bei meinem letzten 10 km Wettkampf über teilweise verregnetes Kopfsteinpflaster mühelos ins Ziel getragen. Und das immerhin nach 31:29 min - schnell kann der Fastwitch also auf jeden Fall! :-)

Fazit

Insgesamt kann man dem Saucony Fastwitch 8 wirklich beeindruckende Allround-Fähigkeiten attestieren. Von den kurzen und schnellen Trainingseinheiten bis hin zum Tempodauerlauf, gerne auch im Gelände, bietet der Saucony Fastwitch 8 eine sehr verlässliche Plattform, welche genau das richtige Maß an Unterstützung bietet, ohne dabei jedoch die nötige Leichtigkeit vermissen zu lassen. Die Geometrie der Mittelsohle sorgt stets für reichlich Geschwindigkeit, während die Dämpfung und die leichte Pronationsstütze auch bei längeren Einheiten für das optimale Maß an Unterstützung sorgen. Und dabei sollte man sich vom Wort Pronationsstütze nicht beeindrucken lassen - vielmehr handelt es sich hier um eine leichte Verstärkung auf der medialen Seite, welche zwar durchaus aktiv einer Pronationsbewegung entgegenwirken kann, hier aber vor allem vor vorzeitiger Ermüdung schützt. Dies war einer der Punkte, welcher mir besonders gut gefallen hat! Aber auch das durchdachte Obermaterial überzeugt im harten Trainingsalltag. Wenn man den Schuh beim Laufen schon fast vergisst, hat der Hersteller wohl einiges richtig gemacht. Nur bei nassen Bedingungen wird man dann auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt - spätestens wenn die eigenen Socken ähnlich nass erscheinen wie die Straße auf der man gerade läuft. Aber alles in allem ist der Saucony Fastwitch 8 ein wirklich gut durchdachter Schuh, welcher für mich genau die richtige Entscheidung war! Empfehlen würde ich ihn allen Läuferinnen und Läufern auf der Suche nach einem flachen und direkten Wettkampfschuh. Dabei sollte man allerdings nicht allzu schwer sein und über eine neutrale bis leicht pronierende Abrollbewegung verfügen. Nicht geeignet dagegen ist der Fastwitch bei einer Supination. In diesem Fall wird die leichte Pronationsstütze zum limitierenden Faktor. Interessant übrigens für alle Träger von orthopädischen Einlagen: die Einlegesohle des Herstellers lässt sich problemlos austauschen - bei Wettkampfschuhen nicht unbedingt selbstverständlich ;-)

Expertenmeinung

Der Saucony Fastwitch 8 ist ein wahrer Wettkampftyp und dabei auf beinahe allen Distanzen problemlos einsetzbar. Egal ob als Trainingspartner für die schnellen Einheiten auf der Laufbahn oder als Wettkampfschuh für die Jagd nach der nächsten Bestzeit - der Fastwitch bietet optimale Vorrausetzungen für hohe Geschwindigkeiten. Dank der durchdachten Konstruktion eignet er sich sowohl für Athleten mit einem neutralen Fußaufsatz als auch mit einer leichten Überpronation, welche auf der Suche nach einem leichten aber dennoch unterstützenden Wettkampfschuh sind. Durch die dynamische Zwischensohle mit flacher Sprengung und einer reaktiven Dämpfung sieht dieser Schuh nicht nur schnell aus, sondern fühlt sich vor allem auch so an! Dank der langlebigen Konstruktion ist der Fastwitch 8 von Saucony ein verlässlicher Begleiter für alle ambitionierten Läuferinnen und Läufer - und dank den vielen außergewöhnlichen Details vor allem auch im Triathlon eine optimale Wahl!

Dieser Beitrag wurde geschrieben von TORSTEN GRAW