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Testbericht HOKA Speedgoat EVO

  • 03.12.2019

Die Laufschuhe der Marke HOKA gehen seit Jahren durch die Decke. Nicht nur im Trailrunning- Bereich, sondern auch bei „normalen“ Läufern und insbesondere bei Triathleten schlägt Hoka mit seinen innovativen Modellen ein wie eine „Bombe“!

Der hier getestete Speedgoat EVO ist quasi die „RACE-Entwicklungsstufe“ des Ur-Models:

Woher kommt der Name Speedgoat? Das Modell wurde nach Karl Meltzer benannt, der unter dem Nickname „Speedgoat Karl“ bekannt und einer der erfolgreichsten Ultraläufer überhaupt ist.
Karl Meltzer hat mit dem „Speedgoat50K“ einen der anspruchsvollsten 50km Ultraläufe der USA ins Leben gerufen.
Ebenso hielt er die Bestzeit auf dem „Appalachian Trail“, welcher circa 3500 km lang ist! 

Der Speedgoat stellt im Sortiment von HOKA quasi die „Ultratrail-Allzweckwaffe“ dar. Er wurde in den letzten Jahren immer weiterentwickelt und verbessert. Inwieweit die EVO-Variante nunmehr den hohen Vorschusslorbeeren gerecht wird, soll der folgende Tests zeigen:

OPTIK und VERARBEITUNG:

Den Speedgoat EVO gibt es nur in der Farbvariante gelb-schwarz, welche jedoch sehr stylisch wirkt. Anders als bei den „normalen“ Speedgoat-Modellen werden keine Farbalternativen und keine knalligen Farbenkombinationen angeboten. Dennoch vermittelt die schwarz-gelbe Optik einem sportlichen Touch. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, alle Nähte sind sauber ausgeführt. Die Materialien wirken ausnahmslos hochwertig! Für eine UVP von circa 170 € ist das jedoch auch selbstverständlich…

Optik und Verarbeitung des Hoka Speedgoat

 

 MATERIALIEN und TECHNISCHE DATEN:

Anders als der Speedgoat 3 wird beim EVO ein besonders strapazierfähiges und wasserabweisendes „Upper“ verwendet. Dieses MATRYX-Material besteht aus hochfesten, synthetischen und stabilen Fasersträngen, welche über eine besondere Haltbarkeit und Stärke verfügen sollen. Ebenso soll dieses „Wundermaterial“ einiges an Gewicht ersparen. Die CMEVA-Mittelsohle entspricht der des „3er-Modells“, ebenso wurde die sehr gut beleumundete VIBRAM-MegaGRIP Außensohle mit den 5mm tiefen, multidirektional angeordneten Stollen beibehalten.

Fazit des Ganzen ist ein nochmals reduziert das Gewicht:
In der Größe 47 1/3 wiegt der Speedgoat EVO lediglich 311 g. Dies ist ein hervorragender Wert und nochmals circa 25-30 g leichter als der ohnehin schon relativ leichte Speedgoat3. Die Sprengung beträgt 4mm.

Materialien des Hoka Speedgoat 

PASSFORM und SCHNÜRUNG:

Die Passform würde ich als „normal“ bezeichnen wollen:
Weder macht der EVO einen zu schmalen, noch einen übermäßig breiten Eindruck. Er lässt sich mittels der Schnürung auch sauber fixieren. Besonderheit ist hierbei, dass die Schnürsenkel leicht dehnbar sind, so dass man die Schnürung eher etwas fester ziehen sollte. Vorteil des Ganzen ist jedoch, dass man die Schleife leichter unter die Schnürsenkel vorne schieben kann, was sich anbietet, denn der EVO hat keine „Schnürsenkel-Garage“. Ansonsten kann man sich natürlich auch mit einem Doppelknoten behelfen. Eine Extra-Bohrung (für die Schnürsenkel) für sog. Marathon-Schnürung ist vorhanden. Der Fersenhalt ist gut und auch die Einlegesohle gibt keinen Anlass zur Kritik.

DÄMPFUNG, DYNAMIK und LAUFGEFÜHL:

Vor einigen Jahren konnte ich bereits die Ur-Version des Speedgoat testen. HOKA-typisch hat auch der Speedgoat EVO eine traditionell sehr gute Dämpfung. Dies ist der sehr voluminösen Mittelsohle geschuldet, welche den Vorfuß auf circa 28mm und den Rückfuß auf circa 32 mm anhebt und somit eine Sprengung von 4mm ergibt. Durch das sehr gut dämpfende CMEVA-Material rollt der EVO auch sehr gut über die Verse ab und vermittelt auch Mittel- und Vorfuß-Läufern durch die voluminöse Mittelsohle eine sehr gute Stoßdämpfung. Trotz dieser Mittelsohle bleibt die Dynamik nicht auf der Stelle, ganz im Gegenteil der EVO lässt sich wunderbar auch mit Höchstgeschwindigkeit über die Trails „ballern“. Die Mittelsohle schafft es zudem, den Fuß wirksam vor spitzen Steinen zu schützen, so dass eine Projektionsplatte nicht vermisst wird. Eine Besonderheit ist es zudem, dass man auch bei rasanten Downhills wählen kann, ob man mehr über den Vorfuß läuft, oder - zum Beispiel, wenn man ermüdet ist, oder um die Muskulatur anders zu belasten - über die Ferse abrollt. Die voluminöse Mittelsohle schafft es hierbei auch, beim Aufsetzen mit der Ferse wirksam die Stöße abzufedern, ohne dass man das Gefühl hat, „durchzuschlagen“. Der EVO bietet sich somit gerade auch für sehr lange Ultra Trails an, weil man mit ihm geschickt zwischen vor Mittelfuß und Rückfuß changieren kann. Auch die Stabilität ist aufgrund der „großflächigen“ Außensohle sehr gut, obwohl der Fuß ja etwas „höher steht“ als in flachen Schuhen.

 

GRIP:

Wie schon der Name „MegaGrip“ verdeutlicht, schafft es die sehr gut bewertete Außensohle von VIBRAM abermals in allen Bereichen einen überdurchschnittlich guten Grip zu erzeugen. Dies gelang auch schon den Vorgänger-Modellen Speedgoat 2 und 3. Egal ob auf nassem Gras oder matschigen Untergrund, Schotterpisten, Waldwegen, laubbedecktem Asphalt, oder Wurzeltrails - der Grip ist in jeder Laufsituation vorhanden und der Schuh sehr gut kontrollierbar. Natürlich kommen auch die 5 mm tiefer Stollen im Vergleich zu reinen „GRIP-Monstern“ irgendwann an ihre Grenzen, zum Beispiel in sehr tiefen Matschböden, oder auch auf nassen Holzbrücken. Um ehrlich zu sein, schafft es kaum ein Schuh, auch auf solchen schwierigen Untergründen im Höchstmaß zu „performen“: Für nassen, glatten Fels benötigt man sehr weiche Gummimischungen, für Holzbrücken und Wurzeltrails, sowie auf Eis benötigt man Spikes. Nur dass diese Schuhe dann in den anderen Bereichen ziemlich „unbrauchbar“ sind. So gesehen kann man dem Speedgoat EVO eine sehr gute Gesamtperformance in Sachen Grip bescheinigen. Er macht einfach alles mit. Ebenso ist auch die Selbstreinigung gut.

Anmerkung: In tiefen, „cremigem Matsch“ setzt sich jeder Trail-/Profilschuh zu und wird schwer, aber unter normalen Bedingungen reichen ein paar Schritte oder kurzes „Aufstampfen“, um das Profil von Matsch zu befreien.

Grip Speedgoat 

 

Unterschiede zum Speedgoat 3 und dem New-Release Speedgoat 4:

Vor einigen Wochen wurde bereits der Speedgoat 4 in den Verkauf gebracht. Auf der anderen Seite gibt es noch einige Restbestände des Speedgoat 3, so dass sich die Frage stellt, welches Modell für welche Fälle und welchen Läufer vorzugswürdig ist:

Der „3er“ ist etwas schwerer als der Evo, das Obermaterial nicht ganz so strapazierfähig, ansonsten sind die beiden Schuhe weitestgehend identisch. Somit kann man wenn man knallige Farben bevorzugt und nicht auf das Gewicht achten muss und vielleicht auch ein paar Euro sparen will auf dem Speedgoat 3 zurückgreifen.

Der Speedgoat 4 wurde noch einmal leicht über arbeitet und bekam ein neues Mesh-Upper und ein leicht modifiziertes EVA für die Mittelsohle. 3D-gedruckte Overlays sollen für mehr Halt im Mittelfuß sorgen. Die Passform wurde im Vorfußbereich verbreitert. Gewichtsmäßig liegt der Speedoat 4 auch etwas über dem EVO. Somit kann man auch hier folgende Empfehlung geben: Der EVO ist der etwas leichtere und durch das sehr strapazierfähige Upper wohl etwas haltbarere Schuh. In Sachen Dämpfung und Grip dürften sich beide wenig nehmen. Preislich liegt der Evo über dem „4er“, so dass man als Läufer mit breiten Füßen eher zum Speedgoat 4 tendieren dürfte.

 

ALTERNATIVEN:

Neben dem „normalen“ Speedgoat und EVO-Modell gibt es noch eine wasserdichte „WP-Version (Waterproof) und auch einen Speedgoat MID mit hohem Schaft. Wer es noch leichter haben will, sollte sich den HOKA Torrent ansehen, der noch einmal ca. 40g pro Schuh leichter als der EVO ist. Eine stabile, (noch) komfortablere Alternative findet man im Stinson ATR5, der aber auch etwas schwerer ist. HOKA hat aber noch weitere Trailschuh-Alternativen im Sortiment.

Hier der LINK zu den HOKA Trailrunning-Schuhen: https://www.shop4runners.com/schuhe/trail-running/hoka_one_one.html

 

 HALTBARKEIT:

Wie alle HOKA-Modelle kann der Speedgoat EVO auch in Sachen Haltbarkeit bislang voll überzeugen. Weder gibt es größere Verschleißerscheinungen an der Außensohle, noch gab es Probleme mit dem Obermaterial. Insbesondere ist die Dämpfung bei HOKA in der Regel recht langlebig, so dass man selbst wenn man die Außensohle abgelaufen hat, den Speedgoat immer noch für leichtere Trails und längere Läufe auf Wald- und Feldwegen gut verwenden kann, zumal die Mittelsohle eine recht hohe Laufleistung verspricht. Somit relativiert sich auch der etwas höhere Preis.

  • Dämpfung
    sehr wenig sehr viel
  • Stabilität
    sehr wenig sehr viel
  • Dynamik
    wenig viel
  • Untergrund
    • Bahn
    • Straße
    • Wald
    • Trail

Fazit

Mit der „Evo-Variante“ wurde der Speedgoat noch mal auf eine neue Stufe gehoben. Im Unterschied zu den normalen Modellen „3 und 4“ wurde das Gewicht noch einmal deutlich reduziert und das Obermaterial wasserabweisender und haltbarer gestaltet. Die Passform ist sehr gut und der Schuh lässt sich sehr gut am Fuß fixieren. Hoka-typisch vermittelt er ein sehr hoch gedämpftes aber durchaus dynamisches Laufgefühl. Er kann auf allen Distanzen auch bis zum Ultramarathon verwendet werden. Der Grip ist auf allen Untergründen sehr gut, so dass der EVO ein hohes Maß an Sicherheit zu vermitteln weiß. Der EVO ist somit so etwas wie das „Schweizer Offiziersmesser“ unter den Trail-Schuhen und wird nicht umsonst auch bei alpinen Ultratrails wie dem UTMB, CCC oder auch dem Western States Endurance Run auf den vorderen Plätzen gesehen.

 

Den Speedgoat EVO trug Jim Walmsley übrigens auch vor wenigen Tagen bei den Berglauf-Weltmeisterschaften in Patagonien …..und wurde WELTMEISTER…

 

Für Läufer, die einen Schuh für alle Fälle haben wollen ist der EVO ein heißer Tipp!

Fotos: privat

Mehr zu mir unter meiner Facebook-Seite --> https://de-de.facebook.com/TRIandTRAILs/

 

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