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Carbon Racer im Vergleich - Update

Kaum ein Thema hat die Laufszene in den letzten Jahren derart bewegt und für entscheidende Veränderungen gesorgt:

Carbon-Racer sind insbesondere im Spitzensport zurzeit der absolute Mega-Trend und kaum ein Profirennen auf der Halbmarathon- oder Marathon-Distanz sieht Podiumsplatzierte, die nicht in Carbon-Laufschuhen über die Ziellinie gelaufen sind.

Ebenso werden zunehmend mehr persönliche Rekorde, Weltbestzeiten und Weltrekorde auf entsprechend konstruierten Laufschuhen erreicht. Aber auch bei ambitionierten Hobbyläufern finden Carbon-Schuhe immer mehr Anklang, und das zu Recht!

Ich konnte in den letzten Monaten diverse Modelle verschiedener Hersteller testen und möchte im Folgenden einen Überblick geben, so dass man bei Kauf eines Carbon-Racers eine bessere Chance hat, den für sich „geeignetsten“ Laufschuh zu finden.

Shop4runners hat mir fast alle Modelle zur Verfügung gestellt, so dass ich diese unabhängig von etwaigen Herstellerinteressen testen konnte.


Die nachfolgende Übersicht soll nur eine „grobe Hilfe“ sein:

Laufen und insbesondere die individuelle Pronation, Supination, andere orthopädische, oder persönliche Besonderheiten sind nun Mal ein „persönliches“ Thema.

Deswegen folgende INFORMATIONEN  vorab:

Ich selbst bin Mittelfußläufer, wiege circa 85 Kilo bei 1,91m. Ich setze relativ sauber auf und proniere kaum. Auch orthopädische Probleme habe ich (derzeit) keine. 

Dieses Jahr konnte ich mit verschiedenen Carbon-Racern meine Saison-Bestleistung über 10km auf unter 40 Minuten drücken, so dass ich diese Laufschuhe wahrscheinlich für eine breite Zielgruppe verschiedener Läufer/Leistungsklassen beurteilen kann, zumal ich insbesondere bei Intervalleinheiten die Schuhe auch in einem Bereich von 3:30min/km und schneller bewegen kann. Auf der anderen Seite laufe ich Longruns mit einem Tempo von ca. 5-5:30 min/km. Im DIAGRAMM könnt ihr eine grobe und schnelle Orientierung vornehmen.

 

 Übersicht

Man hat jedoch die Möglichkeit grundsätzlich zwischen „weich und härter“ gedämpft zu unterscheiden und entsprechend meiner Eindrücke festzustellen, für welche Distanzen der Schuh (m.M.n) „idealerweise“ geeignet ist. Jedoch muss man auch hier berücksichtigen, dass es Läufer gibt, die extrem leichtfüßig und zügig laufen und somit auch die von mir eher dem Halbmarathonbereich zugeordneten Laufschuhe über die Marathon-Distanz bewegen können.

ACHTUNG: Sämtliche dieser Schuhe sind eher (reine) Wettkampfschuhe! Somit sind diese weniger fürs Training geeignet und schon gar nicht für viele hunderte Kilometer Laufleistung ausgelegt. Die Kilometerleistung dieser Modelle beschränkt sich in der Regel auf ca. 300-500 km. Dies hängt jedoch sehr individuell vom Gebrauch, Läufer und vom Laufstil ab. Ebenso sind diese Modelle in der Regel so gut wie gar nicht gestützt und bieten somit Läufern mit extremen „Pronations- oder Supinations-Problemen, oder sonstigen orthopädischen Besonderheiten nur wenig bis gar keine Unterstützung. Die Sprengung bei den meisten Modellen beträgt 8-11mm und bewegt sich somit im „normalen Bereich“. Auch ist zu berücksichtigen, dass Race-Modelle grundsätzlich eher sportlich enger geschnitten sind. Somit macht es durchaus Sinn, diese Schuhmodelle beim Händler vor Ort auf Passform und Laufverhalten zu testen.

Wichtig ist auch, dass fast sämtliche Modelle dieser Hersteller teilweise nur kurz oder gar nicht verfügbar sind und wenn nur in „homöopathischen Dosen“! Deswegen kann es schlau sein, sich über die Wintermonate mit diesem Thema zu beschäftigen und bei Verfügbarkeit des Wunschmodells auch sofort zuzuschlagen! NUN ZU DEN MODELLEN!


NIKE FLY 3


NIKE FLY 3:

Der Fly3 ist sozusagen das Carbon-Einstiegsmodell von Nike. Der Schuh ist schmal geschnitten, wiegt jedoch relativ hohe 336 g in US 13, was zum einen daran liegt, dass er das nicht ganz so leichte und etwas weniger reaktive React-Mittelsohlenmaterial verwenden „muss“ und auch das Vaporweave mit einer zusätzlichen Mesh-Schicht hinterlegt ist.

Der Fly3 zeigt jedoch durchaus die Race-Gene des Vaporflys. Er rollt gut ab und vermittelt einen spürbaren Carbon-Push. Er erreicht jedoch nicht das Niveau der Topmodelle.

Aufgrund der schmalen Fersenform ist eher wie fast alle Carbon-Laufschuhe idealerweise für Mittel und Vorfußläufer geeignet. Mit einer UVP von ca.160 € bietet er jedoch einen relativ günstigen Einstieg in das Thema Carbon-Racer.

Hier der komplette Testbericht:


Adizero Pro


ADIDAS ADIZERO PRO:

Der Adizero Pro bietet für eine UVP von 180 € den Carbon-Einstieg bei Adidas. Er ist eher wie ein „klassischer“ Racing-Flat designt. Die Bauhöhe beträgt lediglich circa 30 zu 20 mm. Die Sprengung somit circa 10 mm. Er hat eine ziemlich flexible Carbitex-Carbonplatte und eine Mittelsohle, welche mit Boost und Lightstrike kombiniert ist.

Die Passform ist sehr gelungen, das hauchdünne, fast durchsichtige Celermesh-Upper sehr atmungsaktiv. Der Adizero Pro performt erst ab einem zügigeren Tempo von 4:30 min/km so richtig. Er ist lediglich mittelhoch gedämpft und der Carbon-Push nur wenig spürbar. 

Für Einsteiger ins Thema „Carbon-Schuhe“ kann er dennoch sehr interessant sein, insbesondere wenn zuvor Racing-Flats klassischer Machart mit geringer Dämpfung bevorzugt wurden.

Hier gibt es weitere Informationen.


Meta


ASICS METARACER:

Auch Asics hat mit dem Metaracer seinen Carbon-Laufschuh in den Ring geworfen. Dieser besticht zum einen durch ein optisch sehr gelungenes, klassisches Design. Auch er ist eher flach konstruiert, leicht (249g) und bietet bei einer Bauhöhe von circa 30 zu 21 mm eine Sprengung von etwa 9 mm.

Was diesen Schuh besonders auszeichnet ist die sehr gelungene Rocker-Mittelsohlen-Konstruktion, die diesen Schuh zu einem extrem guten Abholvorgang verhilft.

Das dünne „engineered Mesh-Upper“ ist sehr atmungsaktiv. Die Carbonplatte ist „lediglich“ im Mittel- und Vorfußbereich implementiert und sorgt für einen mittleren Carbon-Push.

Für Fans flacher Raceschuhe ist er eine gute und sinnvolle Alternative. Ebenso könnte es sein, dass dieser Schuh den Regularien der World Athletics für Stadion-Läufe entsprechen könnte (25mm Regel!). Mit einer UVP von 200€ ist er relativ günstig.

Hier könnt ihr den kompletten Test lesen:


Evo


HOKA EVO CARBON ROCKET:

Schon seit fast 2 Jahren hat Hoka mit dem „Evo Rocket“ einen schnellen Carbon-Racer im Programm. Dieser ist, untypisch für Hoka, eher straff gedämpft. Er bietet eine Sprengung von lediglich 1mm – evtl. gewöhnungsbedürftig!

Bei diversen Läufen musste ich feststellen, dass er für „Hoka-Verhältnisse“ nur „semi-gut“ abrollt. Dies liegt eventuell daran, dass die sonst verwendete Rocker-Sohle diesmal kaum umgesetzt wurde.

Der Carbon-Schub jedoch ist deutlich spürbar. Mit einem Gewicht von circa 280g und einer UVP von circa 160 € bietet er eine durchaus interessante Alternative.

Weitere Informationen findest du hier.

Kommen wir nun zu den - meiner Meinung nach - absoluten High-Performance-Modellen der CARBON-Racer: Sämtliche der nachfolgenden Schuhe befinden sich auf einem extrem hohen Level und bieten eine überragende Dämpfung und deutlich spürbaren Carbon-Push auf Referenzniveau. Jedoch haben auch diese Schuhe teilweise signifikante Unterschiede, die ich im Folgenden herausstellen möchte


Endorphin


SAUCONY ENDORPHIN PRO:

Saucony hat mit dem Endorphin Pro einen tollen Race-Laufschuh entwickelt! Mit der Speedroll-Technologie verwendet auch Saucony quasi den „Goldstandard“ in Sachen Carbon-Shaping:

Die Carbonplatte ist S-förmig konstruiert, so dass der Abrollvorgang deutlich unterstützt wird.Mit dem PWRUNPB Mittelsohlen-Material hat er zudem ein äußerst gelungenes Dämpfungsmaterial „in petto“. Die Sprengung beträgt 8mm (35,5 zu 27,5mm).

Er ist im Vergleich zu den anderen Top-Modellen eher etwas „straffer“ abgestimmt kommt damit den klassischen Racing-Flats etwas näher als die anderen Modelle. Die Kombination aus Mittelsohlendämpfung und Carbon-Push ist äußerst gelungen.

Auch das Gewicht ist mit circa 249 g sehr niedrig und der Preis mit 220€ (UVP) teilweise deutlich niedriger als die bei der „Nike-Konkurrenz“. Insgesamt ein richtig toller Schuh, der aufgrund seiner nicht ganz so schmalen Ferse eventuell auch für Fersenläufer (halbwegs) geeignet sein kann. Alle Infos zum Schuh gibt es hier:

Deviate Nitro

PUMA DEVIATE NITRO:

Mit dem DEVIATE gelingt Puma ein tolles Comeback!

Für eine (für Carbonracer) niedrige UVP von 160 € bietet er eine außergewöhnlich hohe Dämpfung, so dass sich ein sehr SMOOTHES & SOFTES Lauferlebnis einstellt.

Dieses wird flankiert durch den mittelstarken „Carbon-Push der integrierten INNOPLATE.
Die Stabilität ist aufgrund des weichen Nitrofoams und der Bauhöhe von 40/30mm mittelhoch.

Die PUMAGRIP Außensohle funktioniert selbst auf Waldwegen und bei leicht feuchten Böden hervorragend und gewährleistet meiner Einschätzung nach eine sehr hohe Laufleistung.

Zwar ist der DEVIATE kein Leichtgewicht (US13 – 304g), aber er bietet gerade für Einsteiger eine tolle Basis für einen gelungenen Race-Schuh. Für ambitionierte Läufer*innen stellt er mit Sicherheit auch einen tollen Lightweight-Trainer und Uptempo-Schuh dar.

Hier der Testbericht:


Hyperion Elite 2


BROOKS HYPERION ELITE 2:

Der ELITE2 schafft es knapp in die Spitzengruppe. Wie die Versionsnummer zeigt, ist er bereits das zweite Carbon-Modell von Brooks. Man verwendete das gute DNA-FLASH Mittelsohlen-Material (Bauhöhe: 37-29mm, 8mm Sprengung), welches Dank „Stickstoff-Infusion“ leicht, reaktiv und langlebig ist.
Der HE2 ist relativ straff „abgestimmt“ – natürlich nur im Vergleich zur direkten Konkurrenz!

Das DNA-Flash und die PROPULSION-PLATE (Carbon) entwickeln einen spürbaren „Push“, aber nicht ganz auf Top-Niveau.
Dafür zeichnet er sich durch eine im Vergleich besondere STABILITÄT, insbesondere beim Abrollen über die Ferse aus! Gerade das Abrollen gelingt durch die Rocker-Sohle (Rapid Roll Technology) exzellent.
Ebenso soll der HE2 eine Laufleistung von 300-600km haben….auch dies wäre ein Top-Wert!
Dann würde sich auch der hohe Preis von 250€ UVP relativieren.
Mit seinen geringen 259g in US13 (EU47,5) ist er ganz vorne mit dabei.
Der Hyperion Elite2 ist ein guter Carbon-Racer für den nächsten (Halb-&) Marathon.

>>> Hier alle Infos 


Hoka One One Carbon X 2


HOKA ONE ONE CARBON X 2:

Der Carbon X2 erreicht die Spitzengruppe knapp – denn er bietet einige tolle Alleinstellungsmerkmale:
Er hat eine gute, sportliche Passform mit großzügiger Toe-Box und mit 287g ein relativ niedriges Gewicht (US 12,5). Die Bauhöhe beträgt in der Standardgröße 27-32mm (=5mm Drop). Das Hot-Coral-Design macht einiges her.
Durch die neue „80/20-Positionierung“ der Carbonplatte  - mit mehr „softeren“ CMEVA-Schaum zwischen Fuß und „Plate“ – und das Rocker-Shaping sorgen für ein tolles Abrollen und eine im Vergleich zur Konkurrenz signifikant höhere STABILITÄT.
Der CX2 dürfte somit auch für Fersenläufer eher geeignet sein, als viele andere Carbon-Racer.

Der Carbon X2 läuft sich ziemlich direkt und ist eher etwas straffer „abgestimmt“.
Insgesamt zeigt er sich sehr ausgewogen und durchaus dynamisch. Der „Carbon-Push“ erreicht nicht ganz das Top-Niveau.

Dennoch ist er insbesondere aufgrund des „günstigen“ Preises (180€ UVP) und der
wahrscheinlich hohen zu erwartenden Laufleistung eine interessante Alternative!
Wie Jim Walmsley bei seinen Rekorden gezeigt hat, ist der CX2 ein echter „Ultra-Distance-Racer“
Hier gibt’s alle Infos zum Carbon X2:

Fuelcell RC Elite v1NEW BALANCE FUELCELL RC ELITE (V1)

New Balance schafft es mit dem RC Elite fast zu den „Platzhirschen“ aufzuschließen!

251g leicht (US12,5/EU47) , atmungsaktiv, tolle Passform und Schnürung und eine klassische, angenehm zurückhaltende Optik zeichnen den RC aus.

Mit einer optimierten FuelCell-Mischung (EVA/TPU-Mix, Mittelsohlenschaum) gelingt ein wunderbar fluffiges, softes Laufgefühl, welches in Verbindung mit der integrierten Carbonplatte einen spürbaren „Push“ generiert.
Die Abstimmung ist insbesondere für Mittel-/Vorfußläufer wunderbar gelungen, Fersenläufer sollten beachten, dass der RC im Rückfußbereich durch das softe und schmal geschnittene Mittesohlenmaterial leicht instabil ist.

Die Dynaride Außensohle vermittelt insbesondere auf Asphalt (auch bei Nässe) einen tollen Grip.
Mit einer UVP von 230€ liegt er im „Carbon-Mittelfeld“.
Ein Schuh, der richtig Spaß macht!

Zum Testbericht geht’s hier:

FuelCell RC Elite V2

NEW BALANCE FuelCell RC Elite (V2)

Auch die zweite Version des RC-Modells von NB ist ganz nah dran an den TOP-Modellen.
Mit deutlich „aufgepumpter“ FuelCell-Mittelsohle und 39/31mm Bauhöhe (8mm Drop)  ist er extrem komfortabel und dennoch durch die integrierte Carbon-Platte sehr dynamisch und dabei sogar leicht (270g in US12,5).

In seinem „Tempo-Sweetspot“ von ca. 3.45-5:00min performt der RC2 am besten und durch die Rockersohle wird der Abrollvorgang zusätzlich unterstützt.

Die Außensohle macht einen haltbaren Eindruck und erzeugt auf trockenem Asphalt einen sehr hohen Grip.

Die Stabilität ist „bauhöhenbedingt“ insbesondere im Rückfußbereich nur auf mittlerem Niveau – Vor- und Mittelfußläufer sollten aber damit gut klarkommen.

Er ist der „Komfort-Racer“ bis zur Marathon-Distanz und auch darüber.

Und insbesondere das Design ist auch sehr gelungen!
Die UVP liegt bei ca. 230€.

Hier gibt’s weitere Infos.

DEVIATE NITRO ELITE

PUMA DEVIATE NITRO ELITE

Mit dem Elite-Modell erhöht PUMA die Performance des DEVIATE noch einmal deutlich.

Sensationell niedrige 234g in US13 mit 36/28mm Bauhöhe. Ultradünnes Mono-Mesh-Upper, PEBA-basierter Nitro-Foam und optimierte Innoplate ergeben einen richtigen „Out-Performer“.
Das Mittesohlenmaterial ist deutlich responsiver und wirft die Läufer*innen (zusammen mit der Carbonplatte) quasi nach vorne. Der Abrollvorgang gelingt exzellent!
Die PumaGrip Außensohle ist haltbar und erzeugt einen guten Grip. Für Vor-/Mittelfußläufer*innen ist die Stabilität in Ordnung.
Mit 200€/UVP ist er zudem vergleichsweise günstig!

Testbericht:




Adios




ADIDAS ADIZERO ADIOS PRO:

Adidas ist es mit dem Adios Pro gelungen, in die Phalanx der Vapor- und Alphaflys vorzudringen! Die Adidas-Athleten schafften es mit ihm auch, diverse Podiums- und Spitzenplatzierungen zu erreichen. Diese liegt sicher auch an der äußerst gelungenen Konstruktion:

Zum einen verwendet er das schon oben genannte Celermesh-Upper, welches sehr atmungsaktiv ist und das Gewicht deutlich reduziert.

„Herzstück“ des Adios Pro ist jedoch die geniale Mittelsohlen-Konstruktion, welche das sehr reaktive „Highend“-Lightstrike Pro verwendet und eine äußerst gelungene Kombination aus Fersen-Carbon-Inlay und sogenannten „Energy-Rods“  - fünf Carbonsstifte - , die quasi eine biomechanische Unterstützung der einzelnen Zehen gewährleisten sollen (die Mittelsohle misst circa 39,5 zu 31mm – also ca. 8,5mm Sprengung).

Durch diese duale Konstruktion ist der Adios Pro im Vergleich zu den anderen Carbon-Racern (mit einteiliger Carbonplatte) spürbar torsionsfähiger. 

Der Abrollvorgang gelingt hervorragend und der Carbon-Push kommt deutlich zur Geltung. Da kann man auch über das leichte „Mehrgewicht“ (ca. 281g) hinwegsehen. Mit einer UVP von „lediglich“ 200 € ist der Adios Pro ein heißer Preisleistungs-Tipp! Weitere Infos hier:


Vaporfly


NIKE VAPORFLY NEXT%:

Der Vaporfly ist sozusagen der „Carbon-Klassiker“ im Nike-Sortiment. Kaum ein anderer Schuh hat die Laufszene in den letzten Jahren derart beschäftigt und verändert! 

In der neuesten Variante, Next %, bietet der Vaporfly bei einem extrem geringen Gewicht (242g) eine Bauhöhe von circa 35 zu 28 mm und somit eine Sprengung von von 8 mm.

Das Vaporweave-Upper ist hauchdünn und wiegt so gut wie nichts. Die Mittelsohlenkonstruktion verwendet mit ZoomX eines der wohl besten und reaktivsten Mittelsohlenmaterialien.

Die Carbonplatte weist auch ein deutliches S-Shaping auf. Der Abrollvorgang wirft den Läufer durch das sehr ausgeprägte Shaping quasi nach vorne auf den Vorfußbereich und federt zusammen mit dem ZoomX deutlich zurück.

Insgesamt ist der Next% mit Sicherheit einer der besten Carbon-Racer auf dem Markt! Mit einer UVP von 275 € liegt er jedoch auch im oberen Preissegment.

Vorteil gegenüber dem gleich folgenden Alphafly ist, dass er leichter und weniger „krippelig“ ist und somit auch auf kurvigen Strecken leichte Vorteile haben dürfte. Hier der komplette Test:


Alphafly


NIKE AIR ZOOM ALPHAFLY NEXT%:

Das „Beste“ kommt zum Schluss! Mit dem Nike Alphafly Next% bietet Nike den wohl „modernsten“ Laufschuh im Carbon-Racer-Segment. Dieser ist derart innovativ, dass die Konkurrenz wahrscheinlich noch ein zwei Jahre benötigt um auf ein ähnliches Niveau zu kommen.

Auf der anderen Seite ist er mit einer UVP von 300 € jedoch auch am teuersten. Gewichtsmäßig ist der Alphafly nicht der allerleichteste (circa 286 g in US 13).

Auch er verwendet das hervorragende ZoomX-Mittelsohlenmaterial. Er kombiniert dieses auch mit einer S-förmig konstruierten Carbonplatte, die jedoch deutlich im Vorfuß verbreitert wurde.

Der Alphafly reizt ist die Bauhöhe maximal aus: Mit 40mm (zu 36mm/Vorfuß) entspricht er genau den Vorgaben der World Athletics. Zusätzlich unterstützen zwei Zoom-Elemente (Luftkammern) den Abrollvorgang deutlich.

Dieser rollt im Vergleich zum Vaporfly etwas ausgewogener ab und performt insbesondere bei gesteigerten Tempo schlichtweg phänomenal. Dies könnte an der auf 4mm reduzierten Sprengung liegen.

Jedoch erkauft man durch die enorme Bauhöhe auch eine „Kipp-Anfälligkeit“ beim Durchlaufen von Kurven oder schräg abfallenden Strecken. In Sachen biomechanische Unterstützung ist der Alphafly meiner Meinung nach jedoch noch ein kleines bisschen besser als die drei vorgenannten Modelle. „Alle“ Infos zum Alphafly gibt es hier:

Podium

Auf der anderen Seite wurden die Podiumsplätze beispielsweise bei der Halbmarathon Weltmeisterschaft (2020) in Gdynia/Polen von Vaporflys und Adidas Adios Pro Modellen belegt.

Dies deutet darauf hin, dass die Unterschiede der einzelnen Top-Modelle/Laufschuhe nicht so extrem groß ausfallen und insbesondere auch sehr individuell zu sein scheinen!


FAZIT:

Die Carbon-Racer der oben genannten Hersteller sind sicherlich keine Schuhe für jedermann, jedoch vermitteln Sie bei einem geeigneten Laufstil und Tempo ein enormes Maß an Laufvergnügen! Durch die Carbonplatte und die zumeist integrierten, responsiven Mittelsohlen-Materialien wird in der Abrollphase ein besonders hohes Maß an „Energie zurückgegeben“ und der Abstoß-Vorgang biomechanisch deutlich unterstützt. Meiner Meinung nach ist es möglich, durch die oben genannten Carbon-Schuhe einen Zeitvorteil auf 10 km zwischen 20-40 Sekunden zu erzielen.

Dies kann im Einzelfall dazu führen, dass man persönliche „Schallmauern“ (Sub 35 oder 40 min (…) auf 10 km oder z.B. 3 h im Marathon) unterbieten kann. Auf der Marathon-Distanz sind Zeitvorteile im Bereich von 2-4 Minuten realistisch. Ob und inwieweit dies sich für den einzelnen Läufer lohnt, ist eine Einzelfall-Abwägung. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass sämtliche Carbon-Schuhe im oberen Preissegment angesiedelt sind und die zu erwartenden Laufleistungen doch deutlich hinter reinen Trainingsschuhen zurückstehen.

Ich selbst habe für mich jedoch festgestellt, dass ich einen Großteil meiner Wochen-Laufkilometer gerne mit Carbon-Laufschuhen zurücklege, weil diese einfach ein subjektiv „besonderes Laufgefühl“ zu vermitteln imstande sind und einfach „SPASS“ machen!


Tabelle


Diese Tabelle dient nur dem Vergleich der o.g.  Carbon-Schuhe UNTEREINANDER!

1-2 „Sterne“ heißt also nicht, dass der Schuh in der entsprechenden Kategorie durchgefallen oder ungeeignet ist, insbesondere z.B. bei der „Marathon-Eignung“. Die Sterne-Wertung gibt rein subjektiv an, wie ich den jeweiligen Laufschuh in der entsprechenden Kategorie einschätze.

Dämpfung: Fast alle Carbon-Racer mit voluminöser Mittelsohle sind i.d.R. eher sehr hoch gedämpft. 

Unterschiedliche Wertungen können hier u.a. daraus resultieren, dass der Mittelsohlenschaum zwar hoch dämpft, aber einen nicht ganz so hohem Rebound generiert.

Carbon-Push:  Resultiert aus dem Zusammenspiel der i.d.R. sehr reaktiven Mittesohle und der Carbon-Platte! Hier kann u.a. auch das Shaping der Carbonplatte signifikante Unterschiede machen.

Gewicht: Die Carbon-Schuhe bewegen sich meist zwischen ca. 240-285g in US 12,5 /EU 47,5, sind also tendenziell „leicht bis sehr leicht“.

Stabilität: Unterscheidet sich auch im Bereich Vor- & Rückfuß, sowie insgesamt. Auch das Kurvenverhalten wird hier berücksichtigt. Hierzu weitere Informationen im großen Vergleichstest und den ausführlichen Einzeltests (siehe Links).

Preis (und Leistung): Auch hier gilt, dass fast alle Carbon-Racer im höheren Preissegment angesiedelt sind. Daher sind auch Schuhe mit 4 Sternen vergleichsweise „teuer“. Selbst wenn ein Schuh teurer als ein anderer ist, kann er bei „besseren Laufleistungen“ evtl. einen (…) Stern mehr bekommen.


MEINE FAVORITEN: 

SAUCONY ENDORPHIN PRO

ADIDAS ADIZERO ADIOS PRO

NIKE VAPORFLY NEXT% 

NIKE ALPHAFLY NEXT%

 

Fotos: Eigene, Nike, Adidas, Asics, Hoka, Saucony       Autor: Torsten Drommel (Tri&Trail)