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UTMB – Mont Blanc

  • 08.10.2019

UTMB – Mont Blanc (171 km & 10.000 HM)


Am Wochenende war UTMB (Ultra Trail Mont Blanc) mit Start und Ziel im Chamonix, Frankreich. Unser Laufteamkollege David Barton hat sich für diesen Klassiker (World Summit Of Ultra Trail) qualifiziert. Dafür hat David 15 Punkte, die man sich bei Qualifikationsläufen über 100 km oder mehr erlaufen. Schließlich hat er noch etwas Glück haben müssen, da so viele Ultra Trail Läufer aus ganzer Welt bei diesem unglaublichen Rennen dabei sein möchten. Er wurde vor einigen Monaten dann gezogen und so war er startberechtigt.
Als Vorbereitung hat er den Eiger Ultra 101 km, Zugspitz Ultra 101 km und noch einen 85 km Ultra Lauf in Innsbruck gemacht. Alle gefinished – aber war er auch für 171 km Rund um Mont Blanc Gebirge bereit?
Die Selbstzweifel waren da! Ich denke, dass bei so einem Projekt und bei einer Strecke von 171 km und über 10.000 HM zwei Nächte durchzulaufen ist das kein Wunder. David sagte zu mir, man ist nie für so etwas bereit, aber ich ziehe es durch. Schließlich ist David bei allen seinen Läufen (der längste hatte 140 km aber (nur) 4.446 HM) ins Ziel gekommen.
Robert und ich haben uns entschieden auch nach Chamonix zu fahren und den David bei seinem Vorhaben zu unterstützen. In Chamonix angekommen sind wir vor dem Start zu David auf den Campingplatzgefahren. Seine Aufregung haben wir bei Ankunft gespürt.
Start war am Freitag um 18:00 Uhr. Das Wetter war mehr als bescheiden. Es hat geregnet bei knapp 10 Grad. Von vorne herein durchnässt zu starten ist suboptimal. Durch die extrem nasse Hose – hat sich der David im Schrittbereich alles wund gelaufen – kein guter Anfang. Trotz einreiben etc. wurde es nicht besser. Aber er biss die Zähne zusammen und lief weiter durch die Nacht. Es war ziemlich kalt – nachts hat es auf knapp 0 Grad auf dem Berg abgekühlt. Die Müdigkeit kam auch – so dass er sich einmal für 15 Min hingelegt hatte.
Am nächsten Tag war das Wetter ein Hauch besser und mit dem Sonnenaufgang kam auch die Energie zurück. Am späten Nachmittag lief Robert ein Stück mit ihm um ihm auf andere Gedanken zu bringen. Ständig nur nicht sich und den Schmerzen beschäftigt zu sein – ist ziemlich zermürbend. Am Samstagabend war der nächste Tiefpunkt, so dass bei km 120 David eine Pause in Verpflegungszelt im Kreis seiner Familie gemacht hat. Eine Weile hingelegt, sich umgezogen und gegessen hat knapp eine Stunde Pause zusammen gemacht. Ich habe Ihm gesagt,
dass er die nächsten 30 km durchziehen soll und ich dann auf ihm in Vallorecine warte und die letzten 20 km gemeinsam bis zum Ziel ihm begleite.
Robert und ich sind um 3:30 aufgestanden, haben uns fertig gemacht und sind dann nach Vallorecine gefahren. Gegen 4:50 kam dann der David. Sah müde aus – aber nicht so müde wie die Nacht zuvor. Nach ca. 20 Min Pause und Verpflegung sind wir dann gemeinsam weitergelaufen. Die ersten km zügig gegangen und dann ging es noch auf den letzten Berg La Flegere – knapp 1000 HM. Diesen hat er in seiner zügigen Bergaufgangart gut gemeistert.
Mit dem Sonnenaufgang und mit den lockeren Gesprächen hat er immer mehr Energie bekommen, so dass wir nach der letzten Verpflegung im LA Flegere bergab angefangen haben die ersten 2 km in einem langsamen Tempo runter zu laufen.

Plötzlich habe ich gespürt, dass David einen unglaublichen Energieschub bekommen hat und von hinten gedrückt hat und ich habe das Tempo deutlich verschärft. Plötzlich haben wir in einen Downhillsprint 87 Leute überholt. Im Tal angekommen haben wir zunächst mal Tempo rausgenommen. Aber das langsame Tempo wurde max. 1-2 Minuten gelaufen und dann hat David seine zweite Turborakete gezündet. In einem 5er Schnitt sind wir die letzten 3-4 km bis in Ziel gelaufen. Die Stimmung im Ziel war einfach unglaublich. Davids Familie und Robert haben im Ziel gewartet – ein überwältigendes Finish.
Ich muss nochmals den Hut ziehen vor der Leistung von David, ein unglaublicher Typ, der durch seine innere Stärke, enorme Ausdauer und durch die tolle Unterstützung seiner Familie und Freunde den UTMB in knapp 39:23:19 Stunden. Rang 659 von über 2.500 Starter. Über 30% der Teilnehmer kommen gar nicht ins Ziel.
Das außergewöhnliche ist, dass David erst seit 2015 – also seit 3 Jahren läuft und trotz drei Kinder und einer Führungsposition es geschafft hat den UTMB mit 171 km und 10.000 HM zu meistern. RESPEKT!!! Eine MEISTERLEISTUNG!